Gemüse – mehr als nur gesund

heimisches Gemüse
Um der Gesundheit etwas Gutes zu tun, muss man nicht weit schauen außer in den eigenen Garten. Bildquelle: Yulia Grigoryeva / Shutterstock.com

Keiner kann heute sagen, er hätte noch nie den Zusammenhang zwischen Krankheit und Ernährung gehört. Hippokrates Ausspruch „Eure Nahrungsmittel mögen eure Heilmittel sein” wurde oft genug zitiert, um zu wissen, dass ganz normale Nahrungsmittel sehr wohl auch als Heilmittel fungieren können. Der weit verbreitete Irrtum, alles,
was gesund sei, schmecke nicht gut, hält sich erstaunlich lange in den Köpfen der Menschheit und manchmal muss wahre Überzeugungsarbeit geleistet werden, ehe das Gegenteil erkannt wird. Nehmen wir z.B. mal die ganz normalen Gemüsesorten: Natürlich wissen wir, dass Gemüse gesund ist, aber warum das so ist, entzieht sich in den meisten Fällen unserer Kenntnis.

Beispiele für die gesunde Wirkung normaler Gemüsen

Nur wenige wissen, dass Salatgurken einen sehr positiven Einfluss auf den gesamten Organismus haben und dass Bohnen aufgrund ihrer vielen Inhalts­stoffe von Ernährungswissenschaftlern als vollwertiger Ersatz für Fleisch empfoh­len werden. Auch Karotten haben einiges mehr zu bieten als das uns bekannte Provitamin A. Und Spargel, die langen weißen Stangen, helfen bei Wassersucht ebenso wie bei Fettleibigkeit. Sellerie ist weitaus mehr als nur Suppenwürze, er wirkt reinigend auf den ganzen Organismus, ist schweißtreibend und ver­dauungsfördernd.

Rettich als „Brotzeit” ist uns wohlbekannt: Aber auch dass er hartnäckigen Schleim bei Husten und Heiserkeit löst? Wissen wir, dass Blät­ter vom Kopfsalat, zerklei­nert und als Breiumschlag auf die Haut aufgetragen, bei Entzündungen und Verbrennungen helfen?

All diese und noch viele andere Gemü­searten sind mehr als nur wohlschmecken­de und sättigende Beilagen zu Kartoffeln und Reis. Sie tun uns ausgesprochen gut und haben, richtig angewandt, ganz besondere, unsere Gesundheit fördernde Eigenschaften.
Die nachfolgend getroffene Auswahl dient nur als anschauliches Beispiel dafür, dass Hippokrates Recht mit seiner Behauptung hatte.

Ebenso wie die uns bekannten Gemüse ha­ben all die vielen Kräuter, die draußen in Feld und Flur nur darauf warten von uns er­kannt zu werden als das, was sie sind, ihre sinnvolle Verwendungsmöglichkeit bei Tisch. Schade ist eigentlich nur, dass wir so wenig über die heilkräftigen „Nebenwirkungen” unserer Gemüse und Salate wissen.

Abschließend das Zitat eines Mediziners, der das ausdrückt, was wir im Grunde unseres Herzens schon immer wussten: „Welch eine Torheit ist es doch anzuneh­men, der Herrgott hätte bis zum Erschei­nen der großen Chemiekonzerne gewar­tet, um seinen Geschöpfen Heilmittel an die Hand zu geben.”

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Bohnen in Küche und Heilkunde

Bohnen aus dem eigenen Garten
Bildquelle: leonori / Shutterstock.com

Bohnen kennt jedes Kind und in der Regel mag es sie auch gerne essen. Wie alle Hülsenfrüchte sind sie nicht nur lecker, son­dern auch gesund. Grüne Bohnen enthalten viele Vitamine (A, 81, 82, C und E ), Proteine, Stärke, Zucker, Aminosäuren und Allantoin. Sicherlich wuss­te man das früher noch nicht so detoniert, wie das heute der Fall ist, doch zu allen Zei­ten genoss die Bohne in all ihren Erschei­nungsformen als Nahrungspflanze einen ausgezeichneten Ruf. Relativ arm an Fett stellt sie aus der Sicht der Ernährungswissenschaft ein ziemlich komplettes Nah­rungsmittel mit hohem Nährwert dar. So können Bohnen ohne weiteres als vollwer­tiger Fleischersatz angesehen werden, wenngleich sich der überzeugte Fleischesser sicherlich, nicht mit einem noch so leckeren Bohnengericht zufriedenstellen lässt. Bohnen sind nicht nur außerordentlich gesund, auch ihre Originalverpackung, die Hülse, hat als Tee anerkannt großen Heil­wert.

Zubereitung: Als Tagesportion setzt man 200 – 250 g Bohnenschalen mit 1 Liter Wasser kalt an, lässt sie über Nacht stehen und kocht dann auf einen halben Liter Flüssigkeit ein. Diesen Tee trinkt man tagsüber in kleinen Schlucken.

„Fructus Phaseoli sine semine”, so heißt die Schale der Bohne, ist ein altbewährtes Diuretikum (Mittel zur Entwässerung) und ein Mittel gegen Gicht, Rheuma, Nierengrieß und Nierensteine. Bohnenschalentee wird auch seit langem in der Volksheilkunde gegen Diabetes eingesetzt. Neuere Untersuchun­gen ergaben tatsächlich eine – allerdings nur schwache – Senkung des Blutzuckers. Die Wirkung kann durch andere Drogen wie Heidelbeer- und Birkenblätter unter­stützt werden. Auch heißt es, dass Bohnen­hülsen Arteriendruck und erhöhten Chole­steringehalt zu senken vermögen – ein guter Hinweis für betroffene Personen. Tee aus getrockneten oder frischen Boh­nenschalen gilt auch in der Naturheilkunde als Kräftigungsgetränk für Menschen, die an Protein- und Vitaminmangel leiden. Auch hier gilt, dass Vorbeugen besser als Heilen ist.

Ein Hinweis, wenn auch nicht der Gesund­heit so doch der Sauberkeit dienend: Das Kochwasser der Bohnen dient bei Bedarf zur Entfernung hartnäckiger Flecken (Obst-, Wein- und Grasflecken). Man nimmt 250 g weiße Bohnen und setzt diese mit 2 Liter Wasser an, dem man etwas Borax zufügt. Bohnen kochen lassen und Flüssigkeit als „Fleckenwasser” auffangen. Selbst Jahre alte hartnäckige Flecken in Seide und Wolle (natürlich auch in ande­ren Geweben) lassen sich in der Regel ent­fernen, ohne dass der Stoff angegriffen wird. Fest steht also, dass Bohnen uns in je­der Beziehung gut tun!
Wichtiger Hinweis: Bohnen niemals roh verzehren!

Fenchel – nicht nur für Kinder

Fenchelsamen
Insbesondere die Fenchelsamen haben eine gesundheitliche Heilkraft. Bildquelle:
barbajones / Shutterstock.com

Allenfalls fällt uns zum Thema „Fenchel” der in der Volksmedizin bekannte „Fenchel fürs Kind” ein. Vielleicht wissen wir auch, dass Fencheltee den Kleinen gut tut, wenn sie Blähungen haben. Doch nicht nur Fencheltee, der aus den Sa­men der Fenchelpflanze gemacht wird, hat so gute Wirkungen zu verzeichnen. Auch die Wurzel, die Fenchelknolle, weist heil­kräftige Eigenschaften auf. Fenchelknollen sind nicht dick und rund, sondern eher flach und breit und haben kräftige Seitenwurzeln. Die weißlichgrünen dickschichti­gen Lagen der Knolle werden kleinge­schnitten gedünstet als Gemüse oder roh als Salat gegessen. Der Geschmack ist ty­pisch für Fenchel: eher mild aromatisch als stark würzig.

Als nachgewiesene Inhaltsstoffe des Fenchels wären zu nennen: ätherische Ole, Phenol, Estragol, Chiorogen- und Kaffeesäure. Die Heilwirkung der Fenchelkolle be­schränkt sich auf den harntreibenden Ef­fekt, zu optimieren durch eine leichte Ab­kochung aus der Wurzel, von der man 2 -3 Tassen täglich zu sich nehmen kann.

Noch einmal sollten wir auf die Anwen­dung der Fenchelsamen zurückkommen, denn ihre Heilwirkung beschränkt sich nicht nur auf kleinkindliche Unpässlichkeiten. Fest steht, dass Fenchelsamen appetitanre­gend und verdauungsfördernd wirken, Krämpfe lösen und Gärungen im Darm stoppen. Bei Bauchkrämpfen – und nicht nur bei denen des Kleinkindes – empfiehlt es sich, eine Tasse warmen Fencheltee zu trinken, ebenso bei Unterleibsschmerzen. Es wird auch behauptet, dass Fenchelsa­men bei Erbrechen sowie bei Schluckauf gute Dienste tut. Hier geht, wie immer im Leben, Probieren über Studieren.

Äußerliche Anwendung: Fencheltee (aus den Samen der Pflanze zubereitet) ins heiße Badewasser geschüt­tet ergibt ein anregendes, desodorieren­des und reinigendes Bad. Ferner hilft er bei entzündeten Augenlidern. Als Gurgel­wasser und Mundspülung verbessert er schlechten Mundgeruch. Der Werbeslogan „Fenchel fürs Kleinkind” – der sich übrigens auch auf Fenchelhonig bezieht – darf getrost dahingehend abge­wandelt werden, dass auch wir Erwachse­ne vom Fenchel profitieren können. Und das nicht nur, weil Fenchelgemüse so gut
schmeckt.

Gurken – Powerpakete heilkräftiger Stoffe

Gurken als Heilmittel
Die gesundheitlichen Anwendungen von Gurken werden allgemein unterschätzt. Bildquelle: HandmadePictures / Shutterstock.com

Ob klein oder groß, ob glattschalig oder mit mehr oder weniger „stacheligen” Un­ebenheiten besetzt – frische Gurken sind köstlich im Geschmack und lassen sich auf vielerlei Art zubereiten; Phantasie und Ap­petit sind da kaum Grenzen gesetzt.

Besonders Gurkensalat erfreut sich in unseren Landen großer Beliebtheit und variiert je nach Landstrich und Gewohnheit mit immer wieder anderen Gewürzen und Kräutern. Doch das ist nur eine Seite der länglich-ovalen saftigen Frucht. Kaum jemand weiß um ihr gesundheitsförderndes Potential, das, wissenschaftlich erforscht, ohne Über­treibung als heilkräftig bezeichnet werden kann.

Untersucht man Fruchtfleisch, Schale und Gurkensamen (die im Innern der Frucht befindlichen flachovalen weißgelb­lichen Kerne), so findet sich ein ganzes Po­werpaket heilkräftiger Stoffe:

  • Aminosäu­ren,
  • Vitamin A, C und B1,
  • Karotin,
  • Pektin,
  • Schwefel,
  • Schleimstoffe,
  • Enzyme und
  • Spu­ren ätherischen Öls.

Innere Anwendung: Die Gurke verfügt über verschiedene Ei­genschaften, je nachdem welcher Teil ver­wendet wird: Gurkenkerne werden als wirksames wurmtreibendes Mittel vor allem bei Band­würmern genommen, obwohl diese auf­grund der verbesserten Hygiene stark zurückgegangen sind. Das frische Fruchtfleisch der Gurke (so, wie wir es beispielsweise als Salat zu uns nehmen) wirkt harntreibend und reinigend auf den ganzen Organismus. Eine gleich­wirkende Variante ist Gurkensaft, der rela­tiv einfach und schnell zu gewinnen ist: Man hobelt eine ungespritzte, sauber gewaschene Gurke in feine Stücke und filtert nach ca. 1 Stunde den inzwi­schen gezogenen Saft ab (einfacher geht es natürlich in einem Entsafter). Als altes Hausmittel, so ist zu lesen, wurde Gurken­saft früher bei Brustleiden und zur Erhal­tung einer schönen reinen Haut getrunken und mit Milch vermischt wurde er als durst­stillendes Getränk bei Fieber gegeben – obwohl diese Rezeptur nach heutiger Er­kenntnis angezweifelt werden kann. Generell kann gesagt werden, dass die fri­sche Gurke, ob als ganze Frucht gegessen oder als Saft getrunken, ein gut­es Entgiftungsmittel ist.

Äußere Anwendung: Zu der oben beschriebenen inneren An­wendung gesellt sich auch noch die äußere Verwendung als Kosmetikum. Das Fruchtfleisch der Gurke hat einen aufhellenden Effekt auf die Hautoberfläche und lässt so­gar Schwellungen zurückgehen. Keineswegs übertrieben ist es, den Saft als „Schönheitswasser” zu bezeichnen. Die hautfreundliche Wirkung beruht vor allem auf seinem Gehalt an Schwefel und den Vitaminen A und C. Gurkensaft erfrischt nicht nur das Hautgewebe, sondern wirkt leicht adstringierend (zusammenziehend) und entzündungshemmend, erfüllt also al­le Kriterien, die man sich von einem guten Gesichtswasser erhofft.

Beinah kurios mutet die Vorstellung an, sich bei Kopfschmerzen Gurkenschalen auf die Stirn zu legen – ein altes Hausmittel – wört­lich zitiert: „Die Gurkenschale auf der Stirn, verjagt den Schmerz, erfrischt das Hirn.”

Reinigende Möhren

Frische Möhren aus heimischen Gärten
In Möhren steckt mehr als nur Beta Carotin. Bildquelle: 5 second Studio / Shutterstock.com

Sprüche wie „Auf den Heilwert unserer Möhren kann getrost ein jeder schwören” behält man in der Regel gut, und wenn auch nur wegen des einprägsamen Vers­reims. Natürlich wissen wir alle, dass Möhren gesund sind. Wir wissen auch, dass sie eine ganz beträchtliche Menge Karotin enthalten. Aber Möhren, Karotten, Gelbe Rüben, Wurzeln, Mohrrübe oder Gartenmöhre, wie sie der Volksmund nennt, sie alle haben mehr als „nur” Karotin aufzuweisen. We­gen ihres Reichtums an Provitaminen und Mineralstoffen wurden sie immer schon geschätzt, denn die Kultur der Möhre ist schon sehr alt und bis in das Jahr 2000 vor Christus nachzuweisen. Inhaltsstoffe der Möhren:

  • Ätherische Öle,
  • Alkaloide,
  • Pyrrolidin und
  • Dancin, Mannit und die
  • Vitamine A, B, C und D sowie
  • verschiedene Mineralien

sind wissenschaftlich nachgewiesen und haben ihr ganz spezielles Wirkstoffspektrum.

Innere Anwendung: Frische Möhren erhöhen die Widerstands­kraft des Körpers, insbesondere die des Magen-Darmtraktes. So hilft die frische Wurzel ausgezeichnet bei Darmbeschwer­den der Kinder (Durchfall), die gekochte dagegen dient als Nahrungsersatz bis zur Besserung der Beschwerden. Geriebene rohe Möhren sind ein gutes Mit­tel gegen Husten, Heiserkeit und Mundfäu­le. Aus Möhrensaft und Sirup (evtl. Zucker) sich ein wohlschmeckender Hustensirup herstellen, den besonders Kinder mögen. Da Möhren einen relativ hohen Kaliumge­halt aufweisen, wirken sie wassertreibend und tragen mit dazu bei, Ansammlungen und Stoffwechselschlacken zu verhüten. So kann mit Recht behauptet werden, dass Mohrrüben den Organismus reinigen und stärken, von daher auch die Stärkung der Immunlage.

Diabetiker sollten viel Möhrensaft trinken, regelmäßiger Genuss fördert die Zuckeraussscheidung im Körper. Autofahrern, die häufig nachts unterwegs sein müssen, wird oft empfohlen, zur Stärkung ihrer strapa­zierten Augen Vitamin A-Präparate ein­zunehmen, denn man weiß, dass gerade dieses Vitamin den Augen guttut.

Äußere Anwendung: Rohe, frischgeriebene Möhren helfen bei Hautreizung und lindern die Schmerzen bei Sonnenbrand und regen die neue Hautbildung an. Den Möhren sagt man generell nach, dass sie sehr gut sind für die Haut, sie nähren und straffen faltiges Gewebe und beruhigen entzündete Hautpartien (bei sehr sensibler Haut vorsichtshalber eine Kompresse zwi­schenlegen).

Rote Bete – Stärkung der Immunkraft

Rote Beete zur Blutreinigung
Die Rote Beete steckt voller Vitamine und wird eine blutreinigende Eigenschaft nachgesagt. Bildquelle: TalyaAL / Shutterstock.com

Aus den Mittelmeergebieten kamen sie zu uns, die roten Rüben… und blieben! Schon unsere Ahnen schätzten den kräftig dun­kelroten Salat, der aus der gekochten Wurzel, nach Erkalten in Scheiben ge­schnitten, mit vielen Gewürzen und einer kräftigen Salatsoße zubereitet wurde. Heute wissen wir, dass die roten Rüben nicht unbedingt gekocht werden müssen, um daraus einen leckeren Salat herstellen zu können. Roh geraspelt ist der Salat nämlich noch gesünder, und auch schmack­haft, wenn man die richtigen Zutaten wählt. Einmal in der Woche gegessen, vielleicht mit Pellkartoffeln kombiniert, täte er uns sicherlich nicht schaden.

Rote Bete haben nicht nur einen einzigarti­gen Farbstoff in sich, auch mit gesunden Vitaminen – Vitamine B1, B2 und vor allen Dingen viel Vitamin C – können sie auf­warten.

In den letzten Jahren haben die Roten Rü­ben mit dem dünnen Mauseschwänzchen aus einem ganz besonderen Grund die Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Es wur­de behauptet, dass der Saft der Rübe eine ganz spezielle Wirkung bei bösartigen Krankheiten wie Leukämie und Krebs be­sitzen würde. Forschungen auf diesem Gebiet zeigten jedoch, dass dem Rote Bete-Saft keine krebsheilende Wirkung zukommt, wohl aber wurde ein deutlich verbessertes Allgemeinbefinden der Patienten beob­achtet. Hierfür muss aber eine verhältnis­mäßig große Menge Saft getrunken wer­den, mindestens einen halben Liter über den Tag verteilt. Ganz wichtig ist die wirk­lich regelmäßige Einnahme über lange Zeit (dreiviertel Jahr bis ein Jahr).

Wer einen Garten besitzt, kann sich mit ei­nem Entsafter ohne allzu große Mühe und Kosten seinen roten Saft selber herstellen. Wichtig ist, dass er nicht über 70° C erhitzt wird, sonst wird der gesunde Wirkstoff zerstört. Manche Menschen mögen den erdigen Geschmack des Saftes nicht, man kann ihn ohne weiteres durch Buttermilch, Joghurt oder Rotwein geschmacklich aufpeppen. Gottlob muss man nicht unbedingt erst schwer erkranken, um die Heilwirkung der Roten Bete zu erfahren. In Zeiten der er­höhten Ansteckungsgefahr, beispielsweise bei nasskaltem Wetter, Grippe und Erkäl­tung, ist es ratsam, die körperliche Wider­standskraft zu stärken. Das kann auf vieler­lei Art und Weise geschehen, eine davon ist, Rote Bete, roh und unerhitzt, zu essen. Das in ihnen enthaltene Vitamin C stärkt nicht nur die körpereigene „Abwehr”, son­dern regt zudem auch noch den so wichti­gen Zellstoffwechsel und die Zellatmung an. Vitamin C versetzt die Zellen in eine optimale Verfassung, was nichts anderes heißt als: Stärkung der Feindabwehr schädlicher Viren und Infekte. Auf jeden Fall ist es rat­sam, zusätzlich noch den kräftig dunkelro­ten Saft der Rübe zu sich zu nehmen, denn in ihm konzentrieren sich die Heilkräfte der ganzen Pflanze in wunderbarer Weise.

Sellerie

Sellerie
Sellerie gilt als das ultimative Suppenkraut – mit enormer Heilkraft. Bildquelle: ArtCookStudio / Shutterstock.com

viel mehr als ein Suppenkraut Sellerie, auch Suppenkraut genannt, ist eine sehr alte Nutzpflanze, die schon den alten Ägyptern bekannt war. Ob es sich dabei um die kultivierte Form der Pflanze gehan­delt hat oder um ihre Wildform, ist nicht überliefert. Wohl weiß man heute, dass wil­der Sellerie noch wertvoller ist als der dar­aus gezüchtete. Doch auch dieser hält noch eine ganze Menge Gutes für uns bereit.

Als Wirkstoffe sind bekannt: das Glycosid Appin, Olharze, Spuren von ätherischen Ölen, Petroselinsäure und die Vitamine A, B1 und C. Sellerie fördert die Wasserausscheidung, wirkt reinigend, schweisstreibend und ver­dauungsfördernd. Der Genuss von mög­lichst viel Sellerie wird insbesondere Gicht-und Rheumakranken empfohlen.

Übrigens ist die im Volksmund weit verbrei­tete Ansicht, Sellerie wirke stimulierend und anregend auf die Sexualkräfte, bislang noch nicht wissenschaftlich belegt worden. Dafür aber weiss man, dass Blätter und Wurzelknolle den gesamten Harnapparat anregen und als Hilfsmittel bei Urikämie (zu hohem Zuckergehalt im Blut), Nierengrieß, Blasenkatarrh und Fettsucht mit Erfolg ein­gesetzt werden können. Darüber hinaus besitzt Sellerie auch verdauungsfördernde und galletreibende Eigenschaften.

Sellerie muss nicht unbedingt als Knolle ge­gessen werden. Auch im getrockneten Zu­stand, als Tee zubereitet, tut er seine Wir­kung. Auch die Sellerietinktur ist eine Möglichkeit, sich die Heilkräfte der Sellerie einzuverleiben. Es macht kaum Mühe, sich diese selber herzustellen: ca. 20 Gramm Wurzelknolle werden auf 100 ml 25%igem Alkohol 10 Tage lang angesetzt. Nach Fertigstellung nimmt man 1 bis 2 Esslöffel zweimal mal täglich ein, und die harntreibende, verdauungsfördernde Wirkung lässt in der Regel nicht lange auf sich warten. Selleriesaft ist eine Darreichungsform, die vornehmlich aus den Blättern gewonnen wird. Auch hier entfaltet das „Suppenkraut” seine ganze Heilkraft. In Apothe­ken Reformhäusern und Bioläden ist Selle­riesaft käuflich zu erwerben.

Fest steht, dass Sellerie mehr ist als nur Sup­penwürze, auch wenn der Name „Suppen­kraut” kaum etwas von den gesundheitsför­dernden Eigenschaften der Pflanze verrät.

Spargel – auch als Tee heilkräftig

Deutscher Spargel
Nicht nur eine Delikatesse, Spargel hilft mit seiner enormen harntreibenden Wirkung. Bildquelle: barmalini / Shutterstock.com

Spargel anzubauen ist eine Wissenschaft für sich und erfordert neben Mühe und Fleiß auch eine große Portion Geduld denn erst im dritten Jahr erfolgt die erste Ernte. Zum Dank erweist sich die Spargel­pflanze aber als sehr dauerhaft und fruchtbar, denn Spargel trägt 15 – 20 Jah­re, ohne dass der Spargelzüchter ihn er­neuern muss.

Wenn Spargelzeit ist, kommen all diejeni­gen auf ihre Kosten, die für ihr Leben gerne frischen Spargel essen. Immer mehr avan­cieren die weißen Stangen zum beliebte­sten Frühjahrsgemüse. Wassertreibend, wie er ist, zählt er zu den „Schlankmachern” un­ter den Gemüsen, und so ist gegen einen regelmäßigen Genuss nichts einzuwenden, – es sei denn, der Gang zur Toilette wird als ganz besonders lästig empfunden.

Spargel mit seinem harntreibenden Effekt ist nützlich bei Beschwerden, die aufgrund von Flüssigkeitsretention auftreten. So hel­fen Spargelwurzeln indirekt auch, das durch einen zu schwachen Herzkreislauf im Gewebe gelagerte Wasser auszuschei­den. Ebenso hilfreich sind sie bei Wasser­sucht und Fettleibigkeit (Vorsicht, nicht bei Nierenentzündung anwenden!). So bekannt und beliebt Spargel auch ist, so wenig weiß man im allgemeinen, dass man aus den Spargelstangen einen heilkräfti­gen Tee herstellen kann: Zwei bis drei Tas­sen ungezuckerten Tee pro Tag, aber nicht unmittelbar vor oder nach dem Essen trinken! Dieser Teeaufguss hat ebenso harn­treibende wie appetitanregende Wirkung. Die im Spargel festgestellten Substanzen sind Asparagin, Aminosäuren, Tyrosin, Vi­tamin C, Bersteinsäure, das Glykosid Com­ferin, Vanillin, fettes 01 und verschiedene organische Salze.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass Spargel als Diureticurn, bei Wassersucht und Gicht, regelmäßig getrunken oder gegessen, sehr wohl heilende Wir­kung zeigen kann.

Weißkohl und Sauerkraut: roh gesünder als gekocht

Weißkohl
Bildquelle: colnihko / Shutterstock.com

Weißkohl ist ein uraltes Gemüse, dass in jedem Bauerngarten zwischen Ringelblumen und Kresse wunderbar gedieh. Die dicken prallrunden Köpfe bedurften bei der Ernte oft zwei starker Arme, denn Weißkohl kann je nach Sorte kiloschwer werden. Im Herbst wurde das überschüssige Gemüse traditionsgemäß zu Sauerkraut verarbei­tet. Beinah jeder dörfliche Haushalt hatte seinen eigenen großen Sauerkrauttopf. Mindestens einmal pro Woche gab es Sau­erkrautgemüse, herzhaft und lecker zube­reitet, mit oder ohne Fleisch. Nur schade, dass die gesunden Milchsäurebakterien durch das Erhitzen in ihrer Lebendigkeit gehemmt, wenn nicht gar zerstört wurden. Heute weiß man, dass rohes Sauerkraut weitaus gesünder ist als das gekochte. Weißkohl, als Gemüse und Rohkostsalat, bereichert unseren Speisezettel und ist bekannt wegen seines Vitaminreichtums: Vitamin A, Bl, B2, C und E. Wird das Blatt­gemüse milchsauer vergoren als Sauer­kraut, gesellen sich noch Colin und Milch­säure hinzu.

Feinwürziges Sauerkraut bietet sich für ei­ne angenehm durchzuführende Früh­jahrskur an, wo Schlacken ausgeschieden und Verdauung und Ausscheidung opti­miert werden. Bei Verstopfung empfiehlt es sich, täglich eine Tasse rohes Sauer­kraut, möglicherweise noch mit einem hal­ben Liter Buttermilch kombiniert, zu sich zu nehmen. Diese Mischung regt die Darm­tätigkeit auf angenehmste Weise, ohne jegliche Nebenwirkung, an. Auch Sauer­krautsaft dient der Darmpflege.

Manche mögen lächeln und den Kopf schütteln, wenn sie von den altüberlieferten Hausrezepten hören, mit denen man sich früher bei allerlei Unpäßlichkeiten zu helfen wußte. So wurden bei Verbrennungen und Geschwüren Umschläge mit Sauerkraut­wasser gemacht – in unserem modernen Zeitalter ganz in Vergessenheit geraten.

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