Priapismus – wenn die Erektion zum Problem wird

Priapismus
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Priapismus ist die Bezeichnung für eine Dauererektion des männlichen Gliedes. Was sich auf den ersten Blick lustig anhört ist jedoch ein ernst zu nehmendes Problem und muss dringend behandelt werden. In diesem Artikel erklären wir, was genau ein Priapismus ist, wie diese Dauererektion entsteht und wie man sie behandeln kann.

Was ist Priapismus?

Wie bereits eingangs erwähnt handelt es sich um eine Dauererektion. Das ist immer dann der Fall, wenn der Penis über einen Zeitraum von mehr als 2 Stunden erigiert ist. Betroffen sind nur die beiden Schwellkörper des Gliedes, die Eichel ist nicht verhärtet. Eine solche Dauererektion ist ein medizinischer Notfall und muss dringend behandelt werden.

Bereits nach sechs Stunden können unbehandelt gesundheitliche Schäden auftreten und nach 12 Stunden sind sogar irreparable Schäden möglich. Dann kann es zu einem fortwährenden Verlust der Erektionsfähigkeit kommen, weil die Schwellkörper fibrös werden.

Bei einem Priapismus sind ein Orgasmus, eine Ejakulation oder auch nur Lustgefühle nicht im Spiel, es handelt sich um ein rein körperliches Problem.

Die Dauererektion kommt übrigens nicht allzu häufig vor. In Deutschland treten jährlich 1-3 neue Fälle pro 100.000 männliche Einwohner auf.

High-Flow- und Low-Flow-Priapismus

Der Low-Flow-Priapismus ist mit 90% aller Fälle der häufiger vorkommende Priapismus. Er ist besonders schmerzhaft, denn es liegt eine Blockade der Schwellkörper, bzw. Adern zu Grunde, so dass das Blut nicht abfließen kann.

Das Blut verteilt sich im Gewebe und drückt stark auf die Schwellkörper. Nimmt der Sauerstoffgehalt des Blutes mit der Zeit ab, wird das Gewebe geschädigt. Es kann zu einer dauerhaften Impotenz kommen und eine spätere Penisprothese nötig werden.

Der High-Flow-Priapismus ist der, mit gerade einmal 10% aller Fälle, seltener auftretende Priapismus. Bei dieser Erektion strömt vermehrt arterielles Blut in die Schwellkörper. Dieses kann zwar wieder abfließen, aber durch die schiere Menge hat der betroffene Patient eine Dauererektion. Diese ist allerdings bei weitem nicht so schmerzhaft, wie bei einem Low-Flow-Priapismus.

Ursachen eines Priapismus

Es gibt verschiedene Auslöser, die eine Dauererektion verursachen können und häufig lässt sich abschließend keine Ursache feststellen. Nicht selten spielen auch mehrere Faktoren zusammen eine Rolle und es kann darüber hinaus auch zu einem gemischten Priapismus (Low-Flow und High-Flow) kommen.

Einige Faktoren sind jedoch bekannt, durch die solch ein Priapismus entstehen kann.

Zunächst einmal sind Verletzungen und urologische Erkrankungen im Penis- und Dammbereich ebenso zu nennen, wie Gefäßerkrankungen.

Entzündungen am Penis oder Peniskrebs können ebenso Auslöser sein, wie Komplikationen einer Behandlung von Impotenz (Informationen zum Problem Impotenz erhalten Sie auf  https://www.potenzmittel.info/) oder anderen Erektionsstörungen.

Medikamente und Drogen (Kokain) sind ebenso verantwortlich, wie es ein regelmäßiger (übertriebener) Alkoholkonsum sein kann.

Auch neurologische Erkrankungen können zu einem Priapismus führen, wenn z.B. die Steuerung des Schwellkörpers nicht mehr funktioniert.

Letztlich seinen auch noch Erkrankungen des blutbildenden Systems (Blutkrebs), Diabetes und Dialyse genannt, die eine Dauererektion zur Folge haben können.

Diagnose eines Priapismus

Auch wenn die Diagnose zunächst offensichtlich erscheint, muss der behandelnde Arzt doch weitere Untersuchungen vornehmen.

Zunächst wird in der Regel ein Ultraschall des Schwellkörpers gemacht. Hier kann der Arzt oft schon anhand des Blutflusses erkennen, welche Art eines Priapismus vorliegt.

Ist das Ultraschall nicht eindeutig, so muss weiter untersucht werden. Zur Bestimmung der Art der Dauererektion (Low-Flow oder High-Flow) wird dann in der Regel ein wenig Blut entnommen. Sauerstoffarmes Blut, also dunkles Blut mit niedrigem PH-Wert weist auf einen Low-Flow-Priapismus hin. Helles Blut mit normalem PH-Wert ist für einen High-Flow-Priapismus kennzeichnend, denn es kommt ständig frisches unverbrauchtes Blut nach.

Die Vorgeschichte des Patienten fließt dann ebenfalls in die Diagnose ein, insbesondere Krankheiten und Medikamenteneinnahme sind für den Arzt wichtig.

Behandlung eines Priapismus

Ein Low-Flow-Priapismus muss in den allermeisten Fällen punktiert werden, damit das Blut abfließen kann. Eine anschließende Spülung mit Kochsalzlösung ist geboten. Führt das nicht zum Erfolg, wird operiert.

Ein High-Flow-Priapismus geht oft von alleine wieder zurück. Starke Kühlung kann helfen. Geht die Erektion nicht innerhalb von ein paar Stunden wieder zurück, so sind abschwellende Medikamente ebenso möglich, wie ein Verschluss des beschädigten Gefäßes, über das zu viel Blut einströmt.

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