Elektroretinografie – Untersuchung am Auge

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Eine Elektroretinografie ist eine Augenuntersuchung. Dabei werden die Sinneszellen in der Netzhaut auf Lichtwahrnehmung getestet. Das geschieht mittels Elektroden, die der Patient ins Auge bekommt. So können Augenkrankheiten frühzeitig erkannt und behandelt werden.

Warum wird eine Elektroretinografie gemacht?

Eine Untersuchung wird dann gemacht, wenn in der Familie des Patienten Netzhauterkrankungen vorkommen. So kann der Arzt frühzeitig erkennen, ob der Patient auch an einer Erbkrankheit im Bereich des Auges leidet. Meist handelt es sich dabei, um Veränderungen an der Netzhaut und der Aderhaut. Diese Krankheit verläuft bei jedem Patienten anders, unbehandelt kann es bis zur Erblindung kommen.

Wenn der Patient an einer Netzhautentzündung leidet, so muss auch das abgeklärt werden, woher die Entzündung kommt. Personen, die an Diabetes leiden, sollten sich auch regelmäßig untersuchen lassen, da Diabetes auch die Augen angreift. Vitamin A Mangel kann sich ebenfalls auf die Augen auswirken, genauso wie Bleivergiftungen. Bei unklaren Gesichtsfeldausfällen sollte auch eine Elektroretinografie gemacht werden, um abzuklären, ob es an der Netzhaut liegt. Vor einer Operation wird oft auch eine solche Untersuchung gemacht.

Wenn ein Patient bereits wegen einer Entzündung an der Ader- und Netzhaut behandelt wird, so wird der Therapieverlauf auf diese Weise kontrolliert. Viele Augenkrankheiten werden vom Patienten gar nicht bemerkt, da sie schmerzfrei sind. Mithilfe des ERGs lassen sich solche Erkrankungen frühzeitig erkennen und behandeln.

Wie läuft die Elektroretinografie ab?

Der Patient bekommt ein Medikament in die Augen getropft, das die Pupille erweitert. Danach wird die Hornhaut betäubt, denn hier setzt der Arzt Elektroden in den Bindehautsack ein. Es gibt auch Elektroden, die in einer Kontaktlinse sind. Früher hat man Hautelektroden verwendet, diese liefern aber ein ungenaues Ergebnis. Danach wird das Auge des Patienten mit Lichtreizen gereizt.

Diese sind vielfältig, so ändern sich die Hintergrundbeleuchtung, die Intensität und die Frequenz. Anhand der Reaktion kann der Augenarzt sehen, auf welche Arten von Licht der Patient reagiert. Diese Reaktion wird von den Elektroden aufgenommen und an ein Messgerät, meist Computer, weitergeleitet. Es gibt verschiedene Arten der Elektroretinografie. Die Methode, die am häufigsten verwendet wird, ist das Blitz ERG. Der Patient bekommt Blitzreize in das Auge gesendet. Das Licht ändert dabei die Helligkeit und die Intensität.

Das Muster-ERG ist eine weitere Untersuchungsform. Dabei sieht der Patient kontrastreiche Bilder. Das kann ein Schachbrettmuster sein, wo die Felder ungefähr 3 Mal pro Minute die Farben umgekehrt werden. Mit dem Muster – ERG kann die Funktion der Netzhautmitte getestet werden. Das ist der Bereich, wo der Mensch am schärfsten sieht. Das multifokale ERG wird verwendet, um kleine Bereiche der Netzhaut zu untersuchen. Diese sind sechseckig. Mit dem Licht reizt der Arzt die Sinneszellen und kann so die Funktion überprüfen.

Das ERG ist eine Untersuchung, die für den Patienten schmerzfrei und risikolos ist. Es kann allerdings sein, dass es ganz selten zu falschen Messergebnissen kommt. Das kann vorkommen, wenn eine Elektrode verrutscht, oder der Patient die Lider zu stark bewegt. Hin und wieder kommt es zu Rötungen oder Augenbrennen. Diese Beschwerden klingen aber nach kurzer Zeit wieder ab. Sollte das nicht der Fall sein, und die Beschwerden länger anhalten, muss der Arzt informiert werden. Er kann dann eine Augensalbe oder Augentropfen verschreiben, um die Symptome zu lindern.

Da der Patient ein Mittel zur Pupillenerweiterung kommt, darf er nach der Untersuchung so lange nicht aktiv am Verkehr teilnehmen, bis die Pupille wieder normal reagiert. Das hat mehrere Gründe. Einer davon ist, dass sich die Pupille bei Lichteinfall nicht verkleinert, das kann gefährlich werden, der andere ist das Problem, wenn der Patient in eine Verkehrskontrolle gerät. Er könnte dann in Verdacht geraten, Drogen konsumiert zu haben.

Als Vorsorgeuntersuchung ist die Elektroretinografie nicht vorgesehen. Sollte der Patient allerdings Beschwerden haben, oder in der Familie bereits Netzhauterkrankungen aufgetreten sind, so übernehmen die Kassen die Kosten. Ebenso bezahlen die Krankenkassen die Kosten, wenn ein Patient am Auge operiert wurde, und ein ERG zur Nachuntersuchung bzw. Kontrolle notwendig macht.

Quelle: Heilpraktiker Felix Teske

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