Wurmerkrankungen des Darms

Würmer sind Parasiten und können den menschlichen Magen-Darm-Trakt sowie andere Organe befallen. Gelangen Würmer, bzw. deren Eier, oder Larven in den Körper, rufen sie eine Reihe unterschiedlicher Beschwerden hervor. Wie stark diese Krankheitszeichen ausfallen, hängt von vielen unterschiedlichen Faktoren ab.

Eine große Rolle spielen dabei die körpereigene Immunabwehr, die Art des Wurms, aber auch von der Zahl der Wurmeier, die man – wohl unwissentlich – zu sich genommen hat.

In Ländern, wo sich die Fleischbeschau in den Schlachtereien etabliert hat und die Hygiene im Vordergrund steht, kommen nur ganz selten Wurmerkrankungen vor. Anderes dagegen in den tropischen und subtropischen Ländern. Auch in Osteuropa treten immer noch Fälle von Wurmerkrankungen auf.

Wurmerkrankungen haben viele Ursachen

Wurmerkrankungen sind weltweit verbreitet. Die Übertragung der Würmer, bzw. der Wurmeier und -Larven erfolgt meist durch Selbstinfektion, durch den Verzehr von nicht durchgegartem Fleisch, oder ungewaschenes, mit Kot verunreinigtes Obst und Gemüse. Die unterschiedlichen Wurmarten bevorzugen unterschiedliche Organe, die sie befallen. Auch ihr Vermehrungszyklus hängt davon ab, um welche Wurmart es sich bei der Infektion handelt.

Zu den Ursachen zählt auch mangelnde Hygiene, oder Haustiere die nicht, oder nur unregelmäßig entwurmt werden. Diese Tatsache stellt bis heute ein relativ großes Risiko dar. Die bekanntesten Wurmarten, von denen Menschen befallen werden, sind die Spul- und Bandwürmer. Allerdings gibt es – vor allem in den Tropen – zahlreiche andere, weitaus gefährlichere Wurmarten, die verschiedene Krankheiten verursachen können. Einige Wurmarten, bzw. deren Larven (Finnen) können auf Dauer die Darmwand regelrecht zerstören, und unbehandelt auch zu Tode führen.

Symptome und Beschwerden bei einer Wurminfektion

Die Beschwerden, die bei einer Wurminfektion auftreten, sind oft individuell und hängen von der Art des Wurms ab.

Madenwürmer – die auch hierzulande vertreten sind – kommen bis heute in Kindergärten und Grundschulen vor. Insbesondere Kinder sind gefährdet, da sie alles anfassen und die Hand häufig in den Mund stecken. Die Infektion hier erfolgt meist über verunreinigte Nahrung, über Spielzeuge, Wäsche etc. Madenwürmer sind etwa 12mm lang und ihr bevorzugtes Revier im menschlichen Körper ist der letzte Dünndarmabschnitt, und der Dickdarm. Nachts kommen die Weibchen über den Anus raus, um in die Anushaut ihre Eier abzulegen. Dies verursacht beispielsweise starken Juckreiz am After.

Spulwürmer können eine Länge von rund 40cm erreichen. Ihre Besonderheit ist, dass die Larven im Dünndarm freigesetzt werden. Sie durchbrechen die Darmwand und gelangen so ins Blut und wandern dann mit dem Blutfluss durch die Leber in die Lunge. Insbesondere die Durchwanderung der Lunge verursacht bei den Infizierten Beschwerden. Hier kann es zu grippeähnlichen Symptomen kommen.

Die Patienten leiden an Husten, dieser ist oft von Hustenkrämpfen begleitet. Die Würmer im Darm verursachen starke Bauchschmerzen, zudem verknäueln sie sich ganz gern, was zum Darmverschluss führen kann. Würmer auf dem Weg durch die Organe können die Gallenwege verstopfen.

Trichinen sind Würmer, die überwiegend Haus- und Wildschweine befallen. Durch den Verzehr von nicht vollständig durchgegartem Fleisch können sich auch Menschen infizieren. Der Befall von Trichinen verursacht wässrige Durchfälle, Übelkeit mit Erbrechen, sowie leichtes Fieber. Larven, die die Muskulatur befallen, verursachen Muskelschmerzen und -Krämpfe, Wassereinlagerungen im Gewebe, sowie mitunter auch Herzmuskelentzündung.

Echinokokkosen sind die wohl gefährlichsten Wurmerkrankungen. Verantwortlich sind dafür Hunde- und Fuchsbandwürmer. Charakteristisch ist hier die Zystenbildung in der Leber, seltener in der Lunge. Beim Aufplatzen der Zysten kann ein tödlicher Schock auftreten. Da lange Zeit keine Beschwerden auftreten, besteht die Gefahr, dass die Infektion zu spät erkannt wird.

Diagnose und Therapie durch eine Wurminfektion

Für die Diagnose reicht die Beschreibung der Beschwerden nicht aus. Eine Stuhluntersuchung kann Aufschluss über eine Wurminfektion geben. Würmer, Wurmteile, oder Eier/Larven können im Stuhl nachgewiesen werden. Gegen Hunde- und Fuchsbandwürmern bildet der Mensch in ca. 85% der Fälle, spezifische Antikörper, die im Blut nachweisbar sind. Für eine erfolgreiche Therapie ist die Identifizierung der Würmer von großer Wichtigkeit. Zysten, die vom Hunde- und Fuchsbandwurm verursacht werden, können durch Bildgebende Verfahren (CT) sichtbar gemacht werden.

Im Rahmen der Therapie werden dem Patienten so genannte Antihelminthika (Wurmmittel) verabreicht. Diese Medikamente sind allgemein gut verträglich und entfalten gegen die meisten Wurmarten auch die gewünschte Wirkung. Die Medikamente können eine Lähmung der Würmer verursachen, die dann lebend mit dem Stuhl ausgeschieden werden, oder können sie die Nahrungsaufnahme der Würmer blockieren. In diesem Fall sterben die Würmer (verhungern) und werden tot mit über den Darmausgang ausgeschieden. Eine Therapie mit Antihelminthika wird bevorzugt nur über einen kurzen Zeitraum durchgeführt, um unerwünschte und vor allem unangenehme Nebenwirkungen zu vermeiden. Bei längerer Einnahme von Wurmmitteln können Durchfälle, Übelkeit und heftige Bauchschmerzen auftreten.

Die Therapie beim Befall von Hunde- und Fuchsbandwürmern gestaltet sich etwas schwieriger, allein schon wegen der Zystenbildung. Hier müssen die Zysten oft operativ entfernt werden, oder deren Inhalt mit größter Vorsicht abgesaugt werden. Leider gelingt die vollständige Entfernung der Zysten nur in ca. 25% aller Fälle. Eine begleitende Langzeittherapie mit Antihelminthika ist hier die Regel.

Verlauf einer Wurminfektion

Wie der Verlauf sich gestaltet, hängt zum einen mit der Wurmart zusammen, zum anderen vom Zeitpunkt der Diagnose. Je eher eine Wurminfektion erkannt wird, umso milder der Verlauf und umso besser die Prognose. Während die Fadenwürmer, Rinder- und Schweinebandwürmer relativ leicht mit Antihelminthika zu therapieren sind, kann es bei einem Befall von Hunde- und Fuchsbandwürmern zu Komplikationen kommen. Zudem werden die Zysten häufig mit bösartigen Tumoren verglichen. Der Verlauf und die Prognose werden in diesem Fall von der Zerstörung der Leber und Lunge durch die Zysten abhängig gemacht.

Wurmerkrankungen kann man vorbeugen

Persönliche Hygiene, sowie Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene helfen dabei, Wurminfektionen vorzubeugen. Wer Haustiere hat, sollte diese regelmäßig entwurmen lassen. Hundekot an den Schuhen muss man vollständig entfernen und diesen nicht mit in die Wohnung schleppen. Gründliches Händewaschen vor dem Essen und nach jedem Toilettengang. Warmes Wasser und Seife sind die beiden Zauberwörter. Auch, wenn sie verlockend sind, niedrigwachsende Walderdbeere, Waldheidelbeere etc. nicht gepflückt werden. Diese können mit Eiern des Fuchsbandwurms verseucht sein. Bei Sträuchern, die eine Höhe ab 50cm erreichen, können Sie getrost die leckeren Früchte pflücken. Insbesondere Kinder sollte man daran hindern, sich am Hintern zu kratzen.

Kindern sollte man bereits früh die Technik des richtigen Händewaschens beibringen und ihnen auch ausführlich erklären, was unsaubere Hände alles verursachen können. In den Tropen und Subtropen sollte man besonders auf die Lebensmittelhygiene achten. Essen Sie niemals ungereinigtes Gemüse, oder Salate. Fleisch und Fisch nur vollständig durchgegart verzehren.

Quelle: Hajnalka Prohaska

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