Weihrauch – Pflanzenharz und altes Heilmittel

Weihrauch
Bildquelle: Madeleine Steinbach / Shutterstock.com

Weihrauch (Boswellia carterii Birdw.) ist das getrocknete Harz des Weihrauchbaumes. Der Baum wächst nur in sehr trockenen Gebieten wie dem Jemen, Somalia oder Oman. In wenigen anderen Ländern wird der Baum landwirtschaftlich angebaut und zur Weihrauchgewinnung genutzt. Dazu gehören Eritrea, Arabien, Äthiopien und der Sudan. Das Gummiharz dieses Baumes besteht aus 50 – 70 % Harzsubstanzen. Dazu kommen noch ätherische Öle, Schleime und Proteine. Im Harz stecken die beliebten β-Boswelliasäuren. Diese Boswelliasäuren sind die Inhaltsstoffe, welche für die gesundheitliche Wirkung des Weihrauchharzes verantwortlich sind.

Es gibt inzwischen eine Reihe von Präparaten aus dem Weichrauch-Trockenextrakt, welche nachweislich einen positiven Nutzen für die Gesundheit haben. So hemmen sie Entzündungen, wirken schmerzstillend und wirken sich positiv auf Magen-Darm-Beschwerden aus. Darüber hinaus wird ganz aktuell untersucht, wie Weihrauch in der Tumorbehandlung eingesetzt werden kann. Denn die Boswelliasäuren können zytotoxisch (Fähigkeit Zellen und Gewebe zu schädigen) wirken und spielen eine Rolle bei der Apoptose (programmierter Zelltod). Bei so vielen Eigenschaften ist es kein Wunder, dass Weihrauch schon seit Jahrtausenden in der ayurvedischen Medizin angewandt wird.

Herkunft und Gewinnung des Weihrauch-Trockenextraktes

Zur Herstellung von Weihrauchpräparaten braucht man zuerst einen Weihrauchbaum. Es gibt unterschiedliche Arten von Weihrauchbäumen, zur Gewinnung des Harzes werden allerdings vornehmlich folgende Arten genutzt:

  • Boswellia sacra
  • Boswellia papyrifera
  • Boswellia serrata
  • Boswellia frereana

Sie alle erzeugen einen leicht unterschiedlichen Harztyp. Dabei kann auch der Standort die Harzproduktion und die letztendliche Beschaffenheit beeinflussen. Die Stämme und die Äste der Bäume werden mit Schnitten versehen, an welchen entweder Schläuche oder Auffangbehälter angebracht werden. Das ganze beginnt zwischen Ende März und Anfang April und geht über Monate. Nach ein bis drei aufeinanderfolgenden Erntejahren braucht ein Weihrauchbaum fünf bis sieben Jahre, um sich wieder zu erholen.

Insgesamt gibt es mehrere Erntevorgänge, bei welchen die erste Ernte nur ein minderwertiges und wenig intensives Harz abwirft bzw. auswirft. Wurde diese Ernte früher vernichtet, so findet sie heute dennoch Absatz. Ungefähr drei Wochen nach Erntebeginn erhält man ein Harz von guter Qualität. Dabei steigt die Qualität im Laufe der Erntezeit immer weiter an. Wie viel Harz ein Baum abwirft, liegt an seinem Alter, am Standort und an der Art des Weihrauchbaumes. Meistens liegt die Ausbeute pro Baum zwischen drei und zehn Kilogramm pro Erntejahr. Das geerntete Harz wird auf und in bestimmten Behältern getrocknet und tritt so seine Reise in die Welt an.

Weihrauchbaum in Gefahr

Leider ist der weltweite Bestand an Weihrauchbäumen inzwischen stark gefährdet. 82 % aller Boswellia Bäume befinden sich in Somalia. Der Rest verteilt sich auf die umliegenden und extrem heißen Länder. Je nach Art benötigen die Bäume auch immer wieder eine hohe Luftfeuchtigkeit. Sie gedeihen gut, allerdings nur unter ihresgleichen und sind leicht zu verdrängen. Ihr Lebensraum wird momentan durch Steppenbrände, Landschaftszerstückelung, durch die Nutzung als Brennholz, durch Überweidung und Akazienbewuchs stark eingeschränkt. Weihrauchbäume können weder verpflanzt, noch gezüchtet werden. Das einzigartige Wachstumsverhalten der Sprösslinge macht es extrem schwer Setzlinge zu ziehen.

Wirkung von Weihrauch

Je nach Art des Weihrauchbaumes und dem Zeitpunkt der Ernte gibt es beim Weihrauchharz und Trockenextrakt nicht nur Duftunterschiede, sondern auch schwankende Mengen der Inhaltsstoffe. Insgesamt wurden über 200 verschiedene Substanzen im Weihrauchharz entdeckt. Die wichtigsten Komponenten sind die Boswelliasäuren. Dabei ist es vor allem die β-Boswelliasäure, welche medizinisch nachweislich wirksam ist.

Diese Säuren greifen in die Entzündungs- und Abwehrprozesse des Körpers ein. Denn sie hemmen die Leokotriensynthese. Leukotriene sind chemische Inhaltsstoffe in Leukozyten (weiße Blutkörperchen), die für entzündliche und allergische Reaktionen verantwortlich sind. So können Entzündungen oder auch allergische Reaktionen positiv beeinflusst werden. Boswelliasäuren lassen sich nur sehr schwer synthetisch herstellen und die Weihrauchbäume sind stark gefährdet. Das macht den großzügigen Einsatz von Weihrauch in der Medizin bzw. Pharmakologie schwierig.

Eine weitere Wirkung von Boswelliasäuren ist ihre Zytotoxizität/Cytotoxizität. Das bedeutet, dass sie Zellen und Gewebe angreifen können. Hierbei kommt es auf die Dosierung und den gezielten Einsatz an. Wissenschaftliche Belege gibt es noch keine, da sich die Studien aktuell noch im Verlauf bzw. in deren Probe befinden.

Anwendungsgebiete von Weihrauchpräparaten

Schon seit Jahrtausenden wird Weihrauch in der ayurvedischen Medizin als auch in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) genutzt. Auch in Europa kommt Weihrauch heute oft zum Einsatz, allerdings wird er lediglich von Heilpraktikern empfohlen oder als Nahrungsergänzungsmittel angeboten. Hochdosierte Präparate und solche, in denen die β-Boswelliasäure angereichert ist, sind nur über spezielle Internetshops und in wenigen Reformhäusern erhältlich.

Deutsche Apotheken dürfen mit ärztlicher Verordnung oder auf Kundenwunsch Weihrauchkapseln mit dem indischem Boswellia serrata als Rezeptur-Arzneimittel produzieren bzw. anfertigen. Weihrauchkapseln gibt es als Nahrungsergänzungsmittel. Sie sind allerdings niedrig dosiert und zugleich ohne pharmazeutische gesicherte Qualität.

In erster Linie werden diese Präparate, sei es eine Kapsel, ein Pulver oder seltener ein Gel, gegen entzündliche Erkrankungen eingesetzt. Zu diesen Erkrankungen gehören:

Früher wurde der Weihrauch in Indien, Asien und Afrika sowohl für medizinische Zwecke als auch für rituelle Bräuche genutzt. Hier waren es vor allem Krankheiten wie

  • Husten
  • Atemnot
  • Erstickungsanfälle
  • Gelenkschmerzen
  • Durchfall
  • Magen-Darm-Erkrankungen
  • Verwirrtheit und Wahnsinn

bei welchen der indische Weihrauch (Salai Guggal) oder der afrikanische und arabische Weihrauch genutzt wurde. Sie unterscheiden sich in ihrer Zusammensetzung und wirken so auch jeweils ein wenig unterschiedlich.

Weitere Inhaltsstoffe des Weihrauchs

Zu den weiteren Inhaltsstoffen des Weihrauchs gehören neben den Boswelliasäuren, die Triterpene (sekundäre Pflanzenstoffe), Incensol, Camphen, Limonen, alpha- und beta-Pinen.

Triterpene werden von Pflanzen abgegeben. Es sind sekundäre Pflanzenstoffe die sich nachweislich positiv auf viele gesundheitliche Beschwerden, wie etwa chronische Entzündungskrankheiten, Immunschwäche, Krebs und psychischen Erkrankungen, auswirken.

Das gleiche gilt für ätherische Öle wie Camphen, Limolen oder Pinen. Ihr Duft und die zu inhalierenden Inhaltsstoffe wirken sich vor allem bei chronischen Schmerzen und psychischen Erkrankungen positiv aus. Sie wirken entspannend, beruhigend und angstlösend.

Incensol ist ein Inhaltsstoff, von dem man annimmt, dass er beim Räuchern eine antidepressive und auch angstlösende Wirkung auslöst. Im Harz des Afrikanischen Weihrauchbaumes (Boswellia papyrifera) kann bis zu 10 % des Gesamtgehaltes aus Incensol zusammen mit dem Incensol-Acetat bestehen. Momentan scheint nur der afrikanische Weihrauchbaum Incensol als Wirkstoff zu enthalten. Es gibt zwar noch keine Belege für die Wirkung von Incensol beim Menschen, dennoch spricht die Wirkung im Versuch für sich. Studien diesbezüglich, beziehen sich aktuell lediglich auf Mäuse. Bei ihnen zeigte Incensol die gleiche Wirkung wie ein Antidepressiva oder Anxiolytikum. Somit ist auch der afrikanische Weihrauch als natürliches Antidepressivum in der Debatte.

Auch in der Schulmedizin ist Weihrauch bekannt. Allerdings wird er heute kaum noch oder noch nicht verschrieben. Es fehlt noch an aussagekräftigen Studien und den entsprechenden Zulassungen für den europäischen Markt. Schlägt man im Klassiker unter den medizinischen Nachschlagewerken (Pschyrembel Naturheilkunde, Gruyter) nach, so findet man in der Beschreibung die Eigenschaften:

  • Entzündungshemmend
  • Schmerzstillend
  • Immunsuppressiv
  • Antimikrobiell

Weihrauchextrakt Präparate

Die beliebtesten und gängigsten Präparate kann man ganz leicht übers Internet beziehen. Dazu gehören große Onlineshops bzw. -märkte und auch kleinere und spezielle Internetshops. Hier die Top 5 der Weihrauchpräparate zur Einnahme:

1. Nummer eins geht ganz klar an die Firma dreikraut. Sie vertreibt Boswellia serrata Weihrauchkapseln, welche vegan und hochdosiert (400 mg pro Kapsel) sind. Sie enthalten zu 65 % Boswelliasäuren.

2. Platz geht an die Firma Vit4ever mit ihren extrem hochdosierten Weihrauchkapseln. Sie enthalten 1000 mg pro Kapsel und sind ebenfalls vegan. Auch hier sind 65 % Boswelliasäuren enthalten.

3. Platz Nummer 3 geht an PureHealth GmbH mit ihren hochdosierten Weihrauchkapseln. Eine Kapsel enthält 400 mg Weihrauchextrakt bzw. Boswellia serrata Extrakt.

4. Nummer 4 macht die Firma Biotikon mit ihren hochdosierten Weihrauchkapseln. Vegane Kapseln mit 85 % Boswelliasäuren und einer Kapseldosis von 400 mg Boswellia serrata.

5. Nummer 5 wird ein Kombipräparat, welches zwar mit anderen Inhaltsstoffen angereichert ist, sich aber im Punkto Kundenzufriedenheit bewährt hat. Das Unternehmen Zec+Nutrition vertreibt ein Produkt namens ZEC+ ARTHRO ESSENTIAL Gelenkschutz. Es enthält neben Weihrauchextrakt aus Boswellia serrata auch Glucosaminsulfat-2KCl, Mehylsulfonylmethan (MSM), Chondroitinsulfat, Katzenkralleextrakt, Brennesselextrakt und Ingwerextrakt. Allesamt Inhaltsstoffe die schmerzstillend und entzündungshemmend wirken. Ein Produkt, das speziell für Behandlung von Gelenkbeschwerden und den Erhalt und Schutz von gelenken gedacht ist.

TEILEN