Johanniskraut – Inhaltsstoffe, Wirkungen & Anwendungsgebiete

Johanniskraut Tee
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Johanniskraut ist unter dem botanischen Gattungsnamen Hypericum bekannt. Die Bezeichnung soll von hyper = über und ereike = Heide kommen. Zusammengenommen könnte es so viel wie „in der Heide wachsend“ bedeuten. Eine andere Erklärung der Namensherkunft kommt von den Assyrern.

Sie nennen das Johanniskraut Ipiri. Es könnte deshalb durchaus sein, dass sich das Wort durch Lautsprache von Ipiri über Hipiri/Hypiri/Hyperi und letztlich zu Hypericum entwickelt hat. Der Begriff piri, der in Ipiri steckt, könnte von Feuer kommen und darauf hinweisen, dass Johanniskraut starke Feuerqualitäten besitzt. Das manifestiert sich faktisch in dem rötlichen Johanniskrautöl.

Die Heilkraft von Johanniskraut in der Historie

Paracelsus – größter Wissenschaftler seiner Zeit

Auch Paracelsus war von der Heilwirkung des Hypericums bei Wunden und bei anderen Beschwerden überzeugt. Und nicht nur das. Er hielt Johanniskraut generell für eine wertvolle Heilpflanze. Wer war Paracelsus, warum haben seine Worte ein so großes Gewicht, dass sie sogar bis in die heutige Zeit reichen? Theophrastus von Hohenheim gab sich im Jahr 1529 selbst den Namen Paracelsus.

Es war sein Schriftstellerspseudonym, unter dem er an die 200 Schriften in Latein und Deutsch veröffentlichte. Geboren wurde er 1493 in der Schweiz, er starb 1541 ebenda in Salzburg. Paracelsus ist ein viel zitierter Mann, er war mindestens genauso wichtig für seine Zeit, wie Martin Luther. Paracelsus war Mediziner und er befasste sich außerdem mit

  • Alchemie
  • Magie
  • Philosophie
  • Theologie und
  • Volksheilkunde

Das war in der damaligen Zeit mehr als ungewöhnlich. Magie mit der hohen Kunst der Medizin zu „verunreinigen“ war vielerorts Grund, Menschen zu bestrafen oder gar zu töten.

Paracelsus vertrat den Standpunkt, dass Ärzte die Natur verstehen müssten, um ihr Handwerk zu beherrschen. Bereits in früher Jugend begab sich Paracelsus auf Wanderschaft und besuchte die Universitäten in Köln, Heidelberg, Leipzig, Wittenberg, Wien, Tübingen und Basel. Mit dem dort gesammelten Wissen ließ er sich als Arzt in Basel nieder und erarbeitete sich seinen Professorentitel.

Dann begann er zu unterrichten und seine Person geriet mehr und mehr ins Visier der Öffentlichkeit. Auch seine Vorlesungen als Professor waren für die damalige Zeit außergewöhnlich. Er lehrte nicht alleine in lateinischer Sprache, sondern auch in Deutsch. Das war revolutionär, verstanden doch damit auch weniger gebildete Menschen, worum es in der Medizin ging.

Ein so wacher Geist, der sich nicht scheute, seine Gedanken laut und verständlich auszusprechen, zog viele Kritiker auf den Plan. Doch mit Kritik konnte er umgehen und er vertrat seine Thesen auf geradezu ketzerische Weise. Schon damals forderte er Dinge, die damals für Aufsehen sorgten, aber für uns heute zum gewöhnlichen Alltag gehören. Er wollte das Ernährungsbewusstsein der Menschen in der damaligen Zeit schärfen und prinzipiell eine medizinische Grundvorsorge einführen.

Außerdem hielte es für nötig, die medizinischen Verfahren und Präparate auf die Menschen auszurichten, die vielfach in körperlich fordernden Arbeitsverhältnissen lebten. Seine Vorstellungen von Arbeits- und Umweltmedizin haben bis heute Bestand. Das alles sind gute Gründe, warum Paracelsus´ Aussagen über Johanniskraut so großes Gewicht haben.

Gegen jedes Leiden ist ein Kraut gewachsen…

…. war einer seiner Leitsätze. Paracelsus war ein Vorreiter in der Medizin und in der Chemie. Er verband beide wissenschaftliche Gebiete und setzte sich dafür ein, dass chemische Mittel die überwiegend pflanzlichen Arzneien ersetzten. Er war der Überzeugung, dass die Dosis das Gift macht. Die heutige pharmazeutische Industrie nimmt Paracelsus deshalb gerne als Beispiel, um darauf hinzuweisen, dass nicht nur chemische, sondern auch natürliche Stoffe ab einer gewissen Konzentration gefährlich sein können.

Paracelsus war derjenige, der die Apotheke zu einem Laboratorium umfunktionierte. Seine bahnbrechenden Überlegungen hinsichtlich der Möglichkeiten, medizinische Präparate zu entwickeln bilden die Basis, auf der die moderne Arzneimittellehre gründet.

Deshalb ist Paracelsus, der große Mann seiner Zeit, auch in Zusammenhang mit Johanniskraut, das er als hochwirksam einstufte, eine erstklassige Referenz.

Hildegard von Bingen kannte und empfahl Johanniskraut

Hildegard von Bingen, eine Universalgelehrte, Benediktinerin und Dichterin (*1098 bis +1178), wusste ebenfalls um die wertvollen Eigenschaften des Johanniskrauts. Hildegard von Bingen verfügte über eine ganz außergewöhnliche spirituelle Weisheit. Zu ihren Lebenszeiten gab es weder wissenschaftliche noch medizinische Studiengänge. Sie war ganz und gar auf ihre Lernfähigkeit und ihr angesammeltes Wissen über die Heilkraft der Natur angewiesen.

Sie arbeitete mit Erkenntnissen aus der Antike, die sich auf Biologie und Medizin bezogen. Auch ihr war (wie Paracelsus) ein offener Geist und die Fähigkeit, Visionen zu entwickeln, zu eigen. Hildegard von Bingen lebte in Deutschland in einem Benediktinerkloster mit Standort Bingen am Rhein.

Wichtige Schriften des 12. Jahrhunderts von Hildegard von Bingen

Die Benediktinerin brachte ihr Wissen umfassend zu Papier. Wer ihre Ausführungen liest wir erkennen, dass Hildegard von Bingen der Auffassung war: Krankheiten gehen immer mit einem Ungleichgewicht zwischen körperlicher und seelischer Verfassung einher. Der ganzheitliche Ansatz bei der Behandlung von gesundheitlichen Beschwerde war damit geboren und er hat sich bis heute durchgesetzt.

An die 300 Heilkräuter erforschte Hildegard von Bingen und ordnete sie hinsichtlich ihrer Verwendbarkeit. Die bekanntesten Werke sind die Bücher „Ursachen und Behandlung“, „Naturkunde“ und „Physica“. Hildegard von Bingen stellte eine Liste ihrer untersuchten Heilkräuter auf. Zu dieser Liste gehören unter anderem

  • Schafgarbe (heilt Wunden),
  • Hagebutten (hemmt Entzündungen) und
  • Wolfsmilchkraut (hat eine abführende Wirkung)

neben vielen weiteren Pflanzen. Johanniskraut ist ebenfalls in der Liste aufgeführt. Hildegard von Bingen schrieb der Pflanze gemütserhellende, entkrampfende und beruhigende Eigenschaften zu.  Sie empfahl das Kraut vorwiegend Wöchnerinnen und einsamen Menschen mit Hang zur Depression.

Pfarrer Kneipp schwört auf Johanniskraut

Sebastian Anton Kneipp (*1821 bis +1897), ein geistlicher aus Bayern, wurde weltberühmt mit seinen Wasserkuren. Kneipp-Tretbecken finden sich landauf und landab, Kneipp-Güsse mit eiskaltem Wasser auf die oberen oder unteren Extremitäten gehören zu jedem umfassenden Saunagang damals wie heute dazu. Pfarrer Kneipp hat in seinem legendären Buch „Meine Wasserkur“ festgehalten, dass die von ihm entwickelten Kuren dann die beste Wirkung erzielen, wenn sie durch eine innere Kur begleitet werden.

Damit meinte er den Konsum von Naturkräutern. Pfarrer Kneipp stellte eine Art Hausapotheke zusammen, die aus Tinkturen, Tees, Pulvern und Ölen bestand. Neben Pflanzen wie Arnika, Enzian, Wegwarte und Holunder, stand auch das Johanniskraut auf seiner Liste. Er sagte darüber folgendes:

„Das Johanniskraut ist von nicht geringer Wichtigkeit und wirkt im Inneren des Körpers, wie nach außen.“ (Quelle: Meine Wasserkur von Sebastian Kneipp)

Kneipp schreibt zum Johanniskraut sinngemäß, dass durch das Zerreiben der Blätter und das Auftragen auf die Haut eine Wundheilung stattfindet. Er bezeichnet es als „einen herrlichen Balsam gegen Schwellungen, Hexenschuss, Gichtverrenkungen.“ Bei der oralen Einnahme geht er auf die stimmungsaufhellende und nervenstärkende Wirkung ein. Wer Johanniskrautpräparate einnimmt, soll intensive Sonnenbäder vermeiden, denn die Lichtempfindlichkeit des Körpers steigt unter dem Einfluss von Johanniskraut.

Herkunft und Vorkommen von Johanniskraut

Johanniskraut hat seine Wurzeln im asiatischen und europäischen Raum. Auch in Nordafrika, Nord-und Südamerika sowie in Australien sind inzwischen Johanniskrautpflanzen zu finden. Diese sind dort jedoch nicht ursprünglich angesiedelt, sondern wurden eingeführt. Seit mehr als 2000 Jahren wird das Kraut in von Heilkundigen verwendet. An den natürlichen Standorten wächst Johanniskraut in niedrigen bis mittleren Höhenlagen.

Die Pflanze zieht Waldsäume und Waldränder sowie sonnige Wegesränder und Böschungen vor. Nährstoffarme Standorte wie Magerwiesen, Brachflächen und andere unwirtliche Flächen sind ideal für Johanniskraut geeignet. Dort ist das gesunde Kraut als Pionierpflanze im Einsatz. Seine Wurzeln bereiten den Boden für andere Pflanzen vor, die von den bodenverbessernden Eigenschaften des Johanniskrauts profitieren. Johanniskraut hat eine Vielzahl von Namen. Dazu gehören diese:

  • Alfblut,
  • Blutkraut,
  • Christi Kreuzblut,
  • Elfenblutkraut,
  • Frauenkraut,
  • Hasenkraut,
  • Hexenkraut,
  • Konradskraut,
  • Johannisblut,
  • Teufelsbanner,
  • Waldhopfen,
  • Tausendlochkraut.

Johanniskraut erreicht eine Höhe von bis zu 1 m und verfügt über ein stark verzweigtes Wurzelwerk. Die Pflanze ist sehr ausdauernd. Die Stängel haben einen runden Stil und weisen zwei harte Kanten an den Längsseiten auf. Die Form der Blätter ist lang gezogen eiförmig mit kurzem Stiel. Die gelbe Blüte ist ebenfalls kurz gestielt und in Trugdolden entwickelt. Die Früchte sind einförmig, braunrot gefärbt und nur wenige Millimeter groß.

Johanniskraut und die Sommersonnenwende

Die Hauptblütezeit von Johanniskraut ist zur Sommersonnenwende. Es gibt unterschiedliche Erklärungen, wie die Pflanze zu ihrem deutschen Namen kann. Eine Erklärung lautet so: Da die Heilpflanze im Mittelalter am 24. Juni, der Johannisnacht, gesammelt wurde, erhielt sie den Beinamen Johanniskraut. Eine andere Legende besagt, dass das Johanniskraut sich aus dem Blut von Johannes dem Täufer entwickelte.

Wenn man die Pflanze zwischen den Fingern zerreibt, tritt ein rötlicher Saft aus. Das ist übrigens auch der Grund, warum die Pflanze mit dem Glauben an Wunder verknüpft wird. Im Mittelalter sollte die Pflanze dazu dienen, Hexen und Geister abzuwehren und Häuser vor Blitzeinschlägen zu bewahren.

Das Johanniskraut steht im engen Bezug zur Sommersonnenwende. Die Blüte, die sich selbst wie eine kleine Sonne der realen Sonne entgegenstreckt, nimmt die Energie auf und schließt diese in sich ein. So sorgt die kraftvolle Heilpflanze dafür, dass depressive Gemüter aufgehellt werden – soweit die heidnischen Erklärungen.

Hypericum perforatum steht ideal auf trockenen Böden in voller Sonne. Die Blüte ist goldgelb und besteht aus fünf großen Blütenblättern mit ausgeprägten Staubgefäßen in der Mitte. Johanniskraut gehört zur Familie der Hartheu-Gewächse (Hyperiaceae). Botanisch heißt der Gattungsname Hypericum. Er ist griechischer Abstammung. Die Bezeichnung perforatum meint so viel wie »durchlöchert«. Der Beiname ist ein Hinweis darauf, dass die Blätter von kleinen, durchscheinenden Punkten gekennzeichnet sind.

Die Punkte auf dem Johanniskraut

Auch darauf gibt uns eine Legende eine Antwort: Johanniskraut (Hypericum perforatum) vereinigt in sich so viel Sonnenenergie, dass selbst der Teufel darauf neidisch wurde. Er war so wütend, dass er die Pflanze mit dem Dreizack ein ums andere Mal aufspießte und auf sie einstach, bis diese ganz durchlöchert war. Tatsächlich handelt es sich jedoch nicht um Löcher, sondern um Vakuolen, also kleine Kammern im Blatt. In ihnen befindet sich das heilsame Öl des Johanniskrauts.

Inhaltsstoffe von Johanniskraut

Die Inhaltsstoffe von Johanniskraut (Hypericum perforatum) sind recht vielfältig. Fast alle der im Folgenden genannten Inhaltsstoffe entfalten eine pharmakologische Wirkung. Die Pflanze verfügt über

  • Naphthodianthrone,
  • Flavone und Flavonderivate,
  • Phloroglucinderivate,
  • Xanthone,
  • ätherisches Öl
  • sowie Procyanide
  • und Gerbstoffe.

Eine ausführliche Aufstellung sowie Erläuterungen zu den Inhaltsstoffen von Johanniskraut ist in der Studie von Prof. Dr. L. Bruckner-Tuderman von der Universitätshautklinik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i.Br. (ab Seite 23) zu finden. Besagte Studie wird weiter unten zur Darlegung der Anwendung von Hypericum perforatum bei Hautkrankheiten erneut angeführt.

Napththodianthrone

Naphthodianthrone sind rote Farbstoffe. In Johanniskraut sind rund 0,1 % bis 0,3 % davon enthalten. Unter den Naphthodianthronen befinden sich

  • Hypericin,
  • Pseudohypericin,
  • Protohypericin (Biosynthesevorstufen von Hypericin und Pseudohypericin)
  • Protopseudohypericin,
  • Cyclohypericin und
  • Skyrinderivate.

Die Farbstoffe sind überwiegend in den äußeren Blatthüllen von Blüten und Knospen angelagert. Sie sind jedoch auch in Blättern und Stängeln zu finden.

Flavone und Flavonolderivate

Flavone und Flavonolderivate sind ebenfalls Farbstoffe, ihre Farbe ist jedoch gelb. Ihre Konzentration im Johanniskraut liegt zwischen 2 und 4 %. Die Pflanze weist die folgenden Flavone und Flavonolderivate auf. Die Angaben in Klammern sind ungefähre Werte. Die Konzentration ist schwankend und richtet sich nach dem Zustand und Alter der Pflanze, dem Standort, der Größe und den allgemeinen Nährstoffbedingungen:

  • Quercetinglykoside mit Hyperosid (0,7 %),
  • Hyperosid = Quercitrin (0,3 %),
  • Rutosid (0,3 %),
  • Isoquerictrin (0,3 %),

In noch geringerer Konzentration sind des Weiteren Aglyka Quercetin, Kämpferol, Luteolin, Myricetin, Biflavon, Isoquercitrin, Rutin, Dihydroquercetin, Amentoflavon und die Bioflavonoide I3, II8-Biapigenin enthalten. Zu finden sind diese Wirkstoffe im krautigen Teil der Pflanze.

Phloroglucinderivate

Phloroglucin hat die chemische Formel C6H6O3 und ist ein Dreifach-Derivat (deshalb O3) aus Benzol. Es bildet Kristalle und verfärbt sich violett, wenn die Kristalle mit Eisenchlorid reagieren. Hauptsächlich sind in Hypericum Hyperforin  (HPLC) in einer Konzentration von 2 % – 4 % enthalten. Hinzu kommt eine geringe Menge an Adhyperforin. In reifen Früchten lagert sich die höchste Konzentration an Hyperforin an. Auch das sonst nur marginal vorhandene Adhyperforin ist in reifen Früchten mit einem Anteil von bis zu 1,8 % zu finden.

Hyperforin ist einer der wichtigsten Inhaltsstoffe in Johanniskraut, das bei der Herstellung von Arzneimitteln genutzt wird. Es lagert sich in erster Linie im Blütenstempel und in den Früchten der Pflanze an.

Xanthone

Xanthone sind sekundäre Pflanzenstoffe, die dem Johanniskraut seinen unverwechselbaren Duft verleihen. Gebildet wird der Duft aus Oxoverbindungen, die wiederum von den Farbstoffen herrühren. Chemisch betrachtet handelt es sich bei Farb-, Duft- und Geschmacksstoffen grundsätzlich um sekundäre Pflanzenstoffe, die miteinander in Beziehung stehen. Xanthone sind vorwiegend in getrockneten Pflanzenteilen zu finden. Die Konzentration liegt zwischen 2 % – 4 %. In erster Linie sind dabei diese Inhaltsstoffe vorhanden:

  • 1,3,5-trioxygenierte Xanthone,
  • Xanthanolignoide (Kielkorin, 1,3,6,7-Tetrahyrosyxanthon).

Ätherisches Öl

Zur Gewinnung des ätherischen Öls aus Johanniskraut ist eine Wasserdampfdestillation erforderlich. Im Hypericum Öl sind als Hauptbestandteil n-Kohlenwasserstoffe zu finden. Dazu gehören

  • 2-Methyloctan,
  • Undecan (farblose Flüssigkeit),
  • Dodecanol (farbloser Feststoff der Alkohole),
  • Monoterpene (stark riechende Substanz mit hoher Bioverfügbarkeit),
  • Sesquiterpene (wasserlöslicher Duftstoff),
  • Caryophyllen (sind in Sesquiterpenen enthalten),
  • Prenol (2-Methyl-3buten-2ol, entzündliche, farblose Flüssigkeit).

In den Sesquiterpenen stecken zu einem Anteil von etwa 7 % Spathulenol, ein Derivat mit einem erdigen Aroma und einem bitteren Geschmack. Die Konsistenz ist zähflüssig.

Procyanidine, Gerbstoffe und sonstige Inhaltsstoffe

In Johanniskraut sind das Procyanidin B2 sowie verschiedene Gerbstoffe vom Catchin-Typ enthalten. Die Konzentration liegt bei 6,5 % – 15 %. Aus diesem Grund wird Hypericum auch häufig als Gerbstoffdroge bezeichnet. Die am häufigsten vorkommenden Gerbstoffe im Johanniskraut sind

  • Catechin,
  • Epicatechin,
  • Procyanidin B2.

Neben den genannten Inhaltsstoffen sind außerdem Paraffine und Wachsalkohole, Kaffeesäure, Chlorogensäure, Cholin, Ascorbinsäure, Carotin sowie Alkaloide zu finden.

Wirkung und Studien zu Johanniskraut

Wirkung von Johanniskraut

Der Hauptwirkstoff im Johanniskraut ist das Hyperforin. Die Pflanzenextrakte erhöhen die Intensität der Anlagerung von Serotonin und Noradrenalin an den Synapsen. Weiterhin nehmen die Konzentrationen von Gamma-Aminobuttersäure (GABA), Dopamin und L-Glutamat zu. Es gibt keine vergleichbaren synthetischen Antidepressiva, die dazu in der Lage sind. Die Kombination aus Hyperflorin, Hypericin, Flavonoiden und Biflavonen ergibt eine hochwirksame Verbindung. Die Wirkung stellt sich jedoch erst nach einigen Wochen der Anwendung ein. Doch dann ist mit einer Verbesserung von depressiven Symptome zu rechnen.

Studien zur Wirkung von Johanniskraut

Wie bereits in der Wirkung von Johanniskraut erwähnt, belegt eine Studie von Prof. Dr. L. Bruckner-Tuderman von der Universitätshautklinik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i.Br. die Wirksamkeit von Johanniskraut bei Hautkrankheiten (Dermatosen). Prof. Dr. Bruckner-Tuderman setzte auf die antibakterielle Wirkung von Johanniskraut und testete die Wirksamkeit einer lokalen, äußerlichen Anwendung. Zuerst untersuchte sie Verträglichkeit und Wirksamkeit von Hypericum-Extrakten bei atopischer Dermatitis, einer chronischen Hauterkrankung mit starkem Juckreiz.

Danach überprüfte sie die therapeutische Wirksamkeit und verglich zwei verschiedene Hypericum-Präparate im Doppelblindversuch. Hinsichtlich der Verträglichkeit und Wirksamkeit kam Frau Prof. Dr. Bruckner-Tuderman zu signifikanten Ergebnissen. Im Rahmen der ersten Untersuchung zur Verträglichkeit und Wirksamkeit stellte sich heraus, dass 62,5 % aller Probanden (insgesamt waren es 16) einen stark verbesserten Hautzustand aufwiesen. Insgesamt acht Patienten profitierten von einer deutlichen Verbesserung, zwei Patienten freuten sich über die komplette Abheilung der Ekzeme. Drei Patienten konnten keine Verbesserung feststellen, bei einem Patienten trat eine Verschlechterung auf und die letzten zwei Patienten stiegen vor Ende der Studie aus.

Im Rahmen des zweiten Teils der Untersuchung wurden 42 Patienten verglichen. Die Gruppe wurde in zwei kleinere Gruppen unterteilt. Die eine Hälfte erhielt hyperforinreiche, die andere Hälfte hyperofinarme Präparate. Die antibakterielle Wirksamkeit wurde nachgewiesen. Die Patienten vertrugen mit einem Anteil von mehr als 80 % die Präparate sehr gut.

Hinsichtlich der Wirksamkeit von Johanniskraut bei Depressionen gibt es eine große Anzahl klinischer Studien. Diese sind überwiegend in den letzten ein bis zwei Jahrzehnten veröffentlicht worden. Allerdings entsprechen eine Reihe dieser Publikationen nicht den erforderlichen methodischen Standards der Psychopharmakologie.

Im Folgenden werden deshalb nur Doppelblindstudien genannt, die als randomisierte klinische Studien mit Kontrollgruppendesign aufgebaut sind. Allesamt wurden die Studien nach den standardisierten Klassifikationssystemen DSM-III/III-R/IV bzw. ICD-9/10 operationalisiert. Eine Übersicht von randomisierten klinischen Studien zum Thema Johanniskraut bei Depressionen ist hier zu finden.

Im Folgenden stellen wir eine kleine Auswahl von zuverlässigen Studien vor, die sich mit den Bereichen Depressionen, Hauterkrankungen, Mundhygiene und Schlafverhalten beschäftigen.

Doppelblindstudie von Doktor Armin Szegedi, Klinikum Benjamin Franklin Berlin (1997)

Die Studie von Szegedi bestätigt, dass Johanniskraut (Hypericum) im Vergleich zu synthetisch hergestellten Antidepressiva (Paroextin) mindestens genauso effektiv ist. Johanniskraut jedoch ist bei den Probanden besser angekommen, weil sie es besser vertragen haben. In der Studie wurden 251 Patienten mit einem pflanzlichen Präparat behandelt, die unter einer mittelschweren Depression litten.

Eine tägliche Dosis von 900-1800 mg Johanniskraut-Extrakt im Vergleich zu einer Dosis von 20 mg Paroextin wurde über 42 Tage verabreicht. Patienten, die Hypericum zu sich genommen hatten, erlebten im Verlauf der 42 Tage eine Verbesserung der Depression um 14 Punkte. Patienten, die mit Paroextin behandelt wurden, konnten eine Verbesserung um 11 Punkte erreichen. Statistisch betrachtet war das pflanzliche Extrakt dem synthetischen überlegen. Die Verträglichkeit von Hypericum war mit 172 Symptomen  deutlich besser, als bei Paroextin, bei dem die Probanden unter 269 Symptomen litten.

Antimicrobial effect of the extracts from Hypericum perforatum against oral bacteria and biofilm formation von Süntar, Oyardý , Akkol  und Ozçelik  vom Department of Pharmacognosy bzw. vom Department of Pharmaceutical Microbiology, Faculty of Pharmacy , Gazi University , Ankara , Türkei (2015)

In dieser Studie von Süntar, Oyardý, Akkol und Ozçelik untersuchten die Wissenschaftler die antimikrobielle Wirkung von Johanniskraut. Benutzt wurden die blühenden Teile der Pflanze, aus denen dann die erforderlichen Extrakte gewonnen wurden. Die Extrakte kamen im Kampf gegen Streptococcus mutans, Streptococcus sobrinus und andere Bakterien zum Einsatz. Die Ergebnisse waren so überzeugend, dass die Wissenschaftler Johanniskraut als natürliches, antibakterielles Mittel zur Mundhygiene empfehlen. (Quelle: siehe Abstract der o.g. Studie)

Effects of the total extract and fractions of Hypericum perforatum in animal assays für antidepressant activity, Butterweck, Wall, Liefländer-Wulf, Winterhoff, Nahrstedt (1997)

Die Studie von Butterweck, Wall, Liefländer-Wulf, Winterhoff und Nahrstedt belegt die Wirkung von Hypericum auf das zentrale Nervensystem anhand von Tierversuchen. Nachweislich beeinflusst die Gabe von Johanniskrautextrakten das Schlafverhalten und senkt die Körpertemperatur.

Effects of Hypericum extract on the sleep EEG in older volunteers von Schulz und Jobert (1994)

Schulz und Jobert belegen mit dieser Studie, dass Johanniskraut bei Menschen auf die Schlafqualität einwirkt. Den Probanden wurde über einen Zeitraum von 4 Wochen dreimal täglich 300 mg Johanniskraut Extrakt verabreicht. Während die REM-Schlafphasen nicht beeinflusst wurden, konnte ein Anstieg der Tiefschlafphasendauer festgestellt werden. Das reine Durchschlafen jedoch wurde nicht verbessert.

Evaluation of Pharmaceutical Products of St. John’s Wort Efficacy Added on Tricyclic Antidepressants in treating Major Depressive Disorder: A Double Blind Randomized Control Trial von Pakseresht,  Boustani, Azemi, Nilsaz, Babapour, Haghdust (Iran, 2012)

In der Studie von Pakseresht, Boustani, Azemi, Nilsaz, Babapour, Haghdust prüften die Wissenschaftler die Wirkung von Johanniskraut gegen Depressionen und die damit in Zusammenhang stehende Beeinträchtigung des Schlafverhaltens. Im Ergebnis konnte die Untersuchung zeigen, dass Johanniskraut den Grad der Erholung nach dem Schlafen steigert. Außerdem blieben die typischen Nebenwirkungen wie sexuelle Beeinträchtigung bei der Behandlung mit Hypericum komplett aus. (Quelle: siehe Abstract der o.g. Studie)

Johanniskraut und die Chakrenlehre

Johanniskraut soll nach spirituellen Ansichten der Chakrenlehre sogar Einfluss auf die Entfaltung des Stirnchakras haben. Um zu verstehen, wie das funktioniert muss man wissen, was sich hinter dem Begriff Stirnchakra verbirgt.

Das Stirnchakra ist das 6. Chakra. Es wird auch als drittes Auge bezeichnet. Es befindet sich – wie der Name schon sagt – auf der Stirn und dort zwischen den Augenbrauen leicht oberhalb. Dem dritten Auge wird eine blaue bis violette Farbe zugeordnet. Seine Aufgabe ist es, Geist und Seele zu öffnen. Insofern deckt sich die Chakrenlehre mit den Ansätzen der Homöopathie und der Naturheilkunde.

Darüber hinaus sagt die Chakrenlehre, dass ein gesundes Stirnchakra die Intuition beflügelt, Selbstsicherheit fördert und ganz allgemein die Präsenz im hier und jetzt festigt. Auf der spirituellen Ebene soll ein gesundes Stirnchakra offen für göttliche Inspiration machen und den Geist befähigen, hellsichtig oder telepathisch, aber zumindest visualisierend aktiv zu sein.

Bezogen auf die körperliche Gesundheit soll ein störungsfreies Stirnchakra für gesunden Schlaf und einen funktionierenden Biorhythmus verantwortlich sein. Ist es gestört, dann können verschiedene Symptome auftreten. Die Betroffenen verlieren den Kontakt zu ihren intuitiven Fähigkeiten. Stattdessen legen sie gesteigerten Wert auf den intellektuellen Verstand. Sie unterdrücken ihre Emotionen und ziehen sich zurück. Grundsätzlich bevorzugen Menschen mit einem gestörten Stirnchakra greifbare Fakten, Kontakt zu gebildeten Menschen und wenig visionäre Gedanken.

Körperliche Symptome, die nach der Chakrenlehre mit Johanniskraut behandelbar sein sollen, sind:

Zu diesen Ausführungen gibt es keinerlei wissenschaftliche Untersuchungen, geschweige denn randomisierte Studien, die sich damit beschäftigen. Ein Versuch kann zwar nicht schaden, aber ob die gewünschte Wirkung eintritt, darf durchaus mit Skepsis betrachtet werden. Gleichwohl ist es einen Versuch wert: Im Rahmen der Homöopathie, der Volks-, Chakren und Naturheilkunde sind allerdings keine Nebenwirkungen bekannt.

Nebenwirkungen von Johanniskraut

Pflanzliche Präparate mit Johanniskraut (Hypericum perforatum) sind generell recht gut verträglich. Dennoch sind einige Nebenwirkungen bekannt. Dazu gehören

  • Müdigkeit,
  • Unruhe,
  • Schwindel,
  • Magen-Darm-Probleme.

Tierversuche haben außerdem gezeigt, dass die Empfindlichkeit gegenüber Sonnenlicht steigt. Man spricht hierbei von der sogenannten Fotosensibilisierung. In besonders schweren Fällen kann es zu verbrennungsähnlichen Hautschäden kommen. Bei Menschen wurde diese Nebenwirkung jedoch nur sehr selten festgestellt. Dennoch empfehlen Mediziner hellhäutigen Menschen, dass sie während der Medikation mit Johanniskraut-Präparaten einen UV Schutz auf die empfindlichen Hautstellen auftragen.

Johanniskraut und Müdigkeit

Müdigkeit ist ein völlig typischer, menschlicher Normalzustand und für sich genommen keine Krankheit. Doch wenn ein Mensch dauerhaft müde ist, können körperliche oder seelische Stresssituationen dahinterstecken. Nicht zuletzt führt zu wenig Schlaf zu andauernder Müdigkeit. Wer sich allerdings schlapp und müde fühlt, ohne dass er sich angestrengt oder zu wenig geschlafen hat, der leidet unter Müdigkeit ganz besonders stark. Aus Müdigkeit wird schnell Abgeschlagenheit und eine tiefe Erschöpfung.

Wer müde ist, der fühlt sich nicht nur antriebslos und emotional beeinträchtigt, sondern er ist auch in kognitiver Hinsicht eingeschränkt. Die Leistungen im Beruf fallen ab. Wer während der Einnahme von Johanniskrautextrakten unter solch starken Symptomen mit Neigung zu Abgeschlagenheit und Erschöpfung neigt, sollte dies unbedingt mit seinem behandelnden Arzt besprechen. Schlaf soll der Erholung dienen und er ist unabdingbar, um das Immunsystem zu stärken. Wenn der Schlaf nicht mehr ausreicht, um sich wach, fit und ausgeruht zu fühlen, dann ist es ratsam, die Medikation auch dahingehend zu überprüfen.

Johanniskraut und Unruhe

Für gewöhnlich führen Schlafmangel, ein zu hoher Konsum von Koffein, durchgängige Lärmbelästigung oder Prüfungsstress dazu, dass Menschen unter innerer Unruhe leiden. Ein Gefühl von Nervosität breitet sich aus. Manchmal kann auch eine körperliche Ursache hinter der Unruhe stecken. Eine Überfunktion der Schilddrüse, Bluthochdruck, Unterzuckerung oder ein Sonnenstich können genauso Grund sein, wie eine Leberzirrhose. Unruhe und Nervosität drückt sich darin aus, dass die natürliche Gelassenheit verloren geht. Oft gehen körperliche Symptome mit der Unruhe einher:

  • die Hände zittern,
  • das Herz rast,
  • der Schweiß bricht aus,
  • die Augen und die Muskeln zucken,
  • die Konzentration flacht ab,
  • ein Gefühl von Unsicherheit und Angst stellt sich ein.

Eine Möglichkeit gegen die innere Unruhe anzukämpfen ist, diese mit einfachen Maßnahmen zu behandeln. Dazu gehören Entspannungstechniken, viel Bewegung an der frischen Luft, Saunagänge, Massagen und Entspannungsbäder. Wer Nervosität und Unruhe damit nicht in den Griff bekommt und denkt, dass es von der Einnahme von Johanniskraut Präparaten herrührt, der sollte den behandelnden Arzt ansprechen.

Johanniskraut und Schwindel

Schwindel, auch Vertigo genannt, vermittelt den Eindruck, dass die räumliche Orientierung nicht mehr richtig funktioniert. Das Gleichgewichtsgefühl ist nachhaltig gestört. Menschen, denen schwindelig ist, haben das Gefühl, dass sich der Raum dreht oder der eigene Körper schwankt. Ein Schwindelgefühl kann mehrere Ursachen haben. Unerwartete Sinnesreize wie zum Beispiel schnelles Fahren oder schnelles Aufsteigen, seelische Belastungen oder auch körperliche Störungen können ein Schwindelgefühl auslösen.

Häufig kommen mit dem Schwindel auch Kopfschmerzen und Nackenprobleme. Menschen, denen schwindelig ist, nehmen Scheinbewegungen wahr. Das führt zu Unsicherheiten beim Gehen. Manche Personen klagen über Übelkeit und Brechreiz, Ohrensausen und zitternde Augenlider. Diese Symptome können sich in Extremfällen auch chronisch entwickeln. Generell gibt es unterschiedliche Formen von Schwindel:

  • Attackendrehschwindel: Hierbei wird einer Person plötzlich ganz stark schwindelig, wobei das Schwindelgefühl nur Sekunden oder wenige Minuten andauert. Einher mit dem Schwindel geht ein starkes Gefühl des Drehens verbunden mit Fallneigung und Übelkeit.
  • Anhaltender Drehschwindel: Das Schwindelgefühl zieht sich über Stunden oder Tage und ist gepaart mit Fallneigung, Augenzittern, Übelkeit und Erbrechen.
  • Lagerungsschwindel: Dieser Schwindel entsteht, wenn Menschen den Kopf seitlich neigen. Die Schwindelart ist sehr häufig.
  • Schwankschwindel: Dieser Schwindel tritt beim Stehen oder Gehen auf und führt zum Stolpern und gesteigerter Fallneigung. Nur selten kommen Übelkeit und Erbrechen dazu.

Auch im Fall von Schwindelgefühl gilt: Wenn sie sich in Verbindung mit der Einnahme von Johanniskraut Präparaten einstellen und gehäuft auftreten, ist unbedingt Rücksprache mit dem Arzt zu halten.

Wechselwirkung mit anderen Präparaten

Johanniskraut-Extrakte hemmen, ähnlich wie synthetisch hergestellte Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI), die Rücknahme des Botenstoffs Serotonin in die Zelle. Das wirkt sich erhellend auf die Stimmung auf. Johanniskraut verträgt sich allerdings mit einer Reihe von anderen Medikamenten nicht und außerdem beschleunigt das Johanniskraut den Stoffwechsel bei bestimmten Medikamenten.

Taiwanische Forscher (Hsiang-Wen Lin nebst Kollegen von der taiwanischen China Medical Universitiy in Taichung) sammelten verfügbare Literatur zum Thema Phytopharmaka und Wechselwirkungen. Sie wollten das Risiko unerwünschter Nebenwirkungen einschätzen. Ihre Studie ist als Übersichtsarbeit angelegt und fasst bereits publizierte wissenschaftliche Ergebnisse zusammen.

Veröffentlicht wurde sie im International Journal of Clinical Practice. Die Studie besagt, dass pflanzliche Heilmittel mit über 500 Wirkstoffen interagieren könnten und brachte ans Licht, dass Johanniskraut, Magnesium, Kalzium, Eisen und Gingko am häufigsten Wechselwirkungen generieren. Die Medikamente, mit denen die Wechselwirkungen am häufigsten entstehen, sind

  • das Blutverdünnungsmittel Warfarin,
  • Insulin,
  • Acetylsalicylsäure,
  • Digoxin
  • und Ticlopidin.

(Quelle: Artikel von Dennis Ballwieser auf spiegel.de)

Hypericum sorgt für den schnellen Abbau von Wirkstoffen

Johanniskraut kann im Zusammenspiel mit Digoxin die Konzentration des Medikaments im Blut um ein Drittel senken. Auch beim Blutfettsenker Simvastatin fanden Wissenschaftler heraus, dass in Verbindung mit Hypericum nach Ablauf der üblichen Wirkungszeit nur noch knapp die Hälfte des Mittels im Blut zu finden ist. Das bedeutet, dass der Abbau der Wirkstoffe doppelt so schnell erfolgt, als wenn der Patient keine Johanniskrautpräparate einnimmt.

Omeprazol, ein Magenschutzmittel, das in Zusammenhang mit Sodbrennen Anwendung findet, kann unter Umständen seine Wirkung komplett verlieren. Diabetiker, die das Medikament Gliclazids benutzen, sollten ebenfalls den Arzt bezüglich der Wechselwirkungen konsultieren. Auch Medikamente gegen Krebs und zur Versorgung von HIV-positiven-Patienten können in Kombination mit Hypericum deutlich an Wirkung verlieren.

Tödliche Konsequenzen für Organspendenempfänger

Besonders kritisch ist das Potenzial zur Wechselwirkung bei Patienten mit transplantierten Organen. Diese Menschen können nur dann überleben, wenn die Medikamente ihre volle Wirkung entfalten. Wer Cyclosporin oder Tacrolimus einnimmt, um das Immunsystem zu kontrollieren, damit das gespendete Organ nicht abgestoßen wird, sollte keinesfalls Johanniskraut oder andere Phytopharmaka einnehmen – auch wenn sie nicht verschreibungspflichtig sind. Zu hoch ist das Risiko, dass etwas schief geht. Der pharmazeutische Chemiker Matthias Unger von der Universität Würzburg sagt: „Das endet in ca. 30 % der Fälle tödlich.“

Der Grund für die verheerende Wechselwirkung liegt in der Kombination der wirksamen Bestandteile von Johanniskrautextrakten mit den Enzymen, die in vielen Medikamenten vorkommen. Johanniskraut ist in der Lage, die Aktivität dieser Enzyme zu erhöhen. Das bedeutet, dass die Konzentration der wirksamen Bestandteile der Medikamente im Blut vom Körper schneller abgebaut und umgebaut werden können.

Die Folge ist, dass weder die Dosierung stimmt, noch der Einnahmerhythmus passt. Wenn ein Patient die Arznei unter Einfluss von Hypericum wie üblich einmal täglich einnimmt, dann wird der Wirkstoff des Medikaments erheblich schneller abgebaut. Das Ergebnis ist, dass das Medikament kaum noch wirkt.

Spitzenreiter bei Wechselwirkungen: Hypericum

Unger sagt weiter: „Viele Studien schließen von Laborergebnissen auf Wechselwirkungen im Menschen, das ist aber nicht zulässig. Von Gingko oder Mariendistel zum Beispiel gehen in den üblichen Dosierungen keine Gefahren aus.“ Die Wechselwirkungen in Verbindung mit Hypericum wurden jedoch in fast allen geprüften Studien festgestellt, die mit einer Tagesdosis von 600-900 mg Johanniskrautextrakt arbeiteten. Das ist eine durchaus übliche Menge. Johanniskraut führt die Liste der Wechselwirkungen von Phytopharmaka mit Medikamenten unangefochten an.

Laut Unger gibt es allerdings zu einer verhältnismäßig bekannten Wechselwirkung von Johanniskraut kaum Belege durch wissenschaftliche Studien oder Untersuchungen. Man sagt, dass die Anti-Baby-Pille ihre Wirksamkeit verliert, wenn gleichzeitig Johanniskrautpräparate eingenommen werden. Zwar ist diese Annahme eine reine Vermutung, doch empfehlenswert ist es, wenn Betroffene sich zusätzlich mit anderen Methoden vor einer Schwangerschaft schützen.

Anwendungsgebiete von Johanniskraut

Johanniskraut (Hypericum perforatum) ist für die Anwendung innerlich und äußerlich geeignet. Wer Präparate aus Johanniskraut zu sich nimmt, wird eine Wirkung auf die Psyche wahrnehmen. Johanniskraut wird zur Behandlung

  • psychovegetativer Störungen,
  • gemäßigter Depressionen,
  • von Stimmungsschwankungen,
  • Angst
  • und Unruhezuständen

eingenommen. In erster Linie kennt man Johanniskraut als natürlichen Stimmungssaufheller. In stressigen Prüfungssituationen, beruflichen Belastungsphasen oder nach einem Trauerfall ist Hypericum ein geeignetes Mittel, um die Stimmung zu regulieren. Auch bei Wechseljahrsbeschwerden ist es empfehlenswert. In Zusammenhang mit der sogenannten Winter-Depression ist Johanniskraut in vielen Formen aus der Hausapotheke bekannt.

Johanniskrautöl zur innerlichen und äußerlichen Anwendung

Ölige Präparate mit Johanniskraut sollen außerdem dazu geeignet sein, Verdauungsbeschwerden zu regulieren. Präparate mit Johanniskraut (Hypericum) dienen äußerlich auf die Haut aufgetragen dazu, die Wundheilung zu beschleunigen. Es gibt Salben und Cremes, wobei die öligen Produkte vorwiegend dazu geeignet sind, scharfe oder stumpfe Stichverletzungen, Schürfwunden und leichte Verbrennungen zu behandeln. Darüber hinaus findet Johanniskraut zur Behandlung von Muskelschmerzen (Myalgien) Anwendung. Wer zur Behandlung von Haut und Muskelbeschwerden eine ölige Zubereitung benutzt, kann von der entzündungshemmenden, antibakteriellen und durchblutungsfördernden Wirkung profitieren.

In Studien an Tieren wurde herausgefunden, dass Johanniskraut Einfluss auf die Körpertemperatur nimmt, wenn diese aufgrund von Stress und emotionaler Belastung angestiegen ist. Auch bei Schlafstörungen hat sich die Einnahme von Johanniskraut bewährt. Die Tiefschlafphasen werden dadurch verlängert und der Betroffene fühlt sich ausgeruht und erfrischt.

Im Prinzip können die meisten Präparate ohne ärztliche Verordnung eingenommen werden. Doch die Abstimmung mit dem Arzt ist wichtig, um Nebenwirkungen oder gar Wechselwirkungen zu vermeiden. Insbesondere in Zusammenhang mit Depressionen sollten Betroffene mit dem Hausarzt sprechen.

Johanniskraut bei Hautproblemen

Prof. Dr. Ulrike Heinrich und Prof. Dr. med. Hagen Tronnier vom Institut für experimentelle Dermatologie an der Universität Witten/Herdecke vertreten die Auffassung, dass Hautpflegeprodukte mit Johanniskrautextrakten die

  • Hautfeuchtigkeit verbessern,
  • die Oberflächenstruktur glätten
  • und den Wasserverlust trockener, empfindlicher oder juckende Haut deutlich mindern.

Im Rahmen ihrer Untersuchungen stellten sie fest, dass 60 % ihrer Vergleichpersonen eine juckreizstillende Wirkung erlebten.

Mit Johanniskraut gegen Rötungen und Spannungsgefühle

Johanniskraut (Hypericum) in Hautpflegemitteln wirkt gegen Rötungen und Spannungsgefühle, nimmt die Trockenheit, reguliert Schuppungen und mildert den unangenehmen Juckreiz. Wer ohnehin unter besonders trockener Haut leidet oder gar atopische Hauterkrankungen aufweist, sollte grundsätzlich auf durchblutungsfördernde Wirkstoffe in Hautcremes verzichten.

Diese bringen ein hohes Irritationspotenzial mit sich. Vielmehr sollten Produkte mit antiirritierenden Effekten verwendet werden. Sind regulierende Lipide im Präparat, stärkt das die Barrierefunktion der Haut. Johanniskrautcremes bringen die erwünschten Eigenschaften mit.

Eine regelmäßige Hautpflege mit Produkten, die Johanniskraut enthalten, lindert die Beschwerden atopischer Haut. Wichtig ist, dass die Rezepturen gut verträglich und dass vorzugsweise harmonierende Wirkstoffkombinationen in ihr verarbeitet sind.

Hautirritationen verschwinden

Nutzen Betroffene eine Hautcreme mit Johanniskraut, verbessern sich die Hautirritationen stark. Das Fluid wirkt antibakteriell, was den Gerbstoffen, Flavonoiden und dem Hyperforin zuzuschreiben ist. Präparaten mit Johanniskrautextrakten wird eine hohe kosmetische Akzeptanz zugeschrieben.

In Studien von Prof. Dr. Ulrike Heinrich und Prof. Dr. med. Hagen Tronnier wurden insgesamt 117 Personen verglichen. Ihnen wurden Präparate unverdünnt auf den Rücken aufgetragen und mit einem Pflaster abgeklebt. Sie mussten das Pflaster 48 bis 72 Stunden tragen. Bei keinem der Probanden wurde eine irritative Hautreaktion festgestellt.

Glatte und duftende Haut mit Johanniskrautlotionen

Eine Hautpflege mit Johanniskrautcreme führt dazu, dass die Haut feuchter und glatter wird und der Juckreiz verschwindet. Der Duft von Hautcremes mit Johanniskraut ist mild, hängt jedoch auch vom Präparat ab. Es gibt einige Produkte die mit einer zusätzlichen Parfümierung versehen sind. Betroffene mit einer besonders empfindlichen Haut, sollten jedoch Präparate ohne Parfümierung vorziehen.

Die Hautfeuchtigkeit wird durch die Anwendung von Johanniskraut Salben und Cremes deutlich verbessert. Der Wasserverlust zwischen den Hautschichten wird eingedämmt, sodass die Oberflächenstruktur der Haut insgesamt glatter erscheint. Der aufpolsternde Effekt verbessert das Hautbild nachhaltig. Wer die Haut dauerhaft mit Pflegeprodukten auf Basis von Johanniskraut versorgt, kann die Hautfeuchtigkeit um 15-20 % verbessern.

Hautirritationen verschwinden unter Anwendung von Cremes und Lotionen mit Johanniskrautextrakten. Lotionen wirken dabei besser, als die fetteren Cremes. Die hautglättende Fähigkeit hat auch zur Folge, dass Falten zurückgehen. Deshalb sind Gesichtscremes auf dem Markt, die als Antifaltencreme angepriesen werden. Generell lässt sich sagen, dass Hautpflegeprodukte mit Johanniskraut gut verträglich und in vielen Fällen wirksam sind.

Johanniskraut gegen Depressionen

Johanniskraut hat als Antidepressivum in den letzten Jahren einen spürbaren Aufschwung erlebt. Die Einnahme von Johanniskrautpräparaten soll gegen folgende Arten der Depressionen und deren Begleiterscheinungen wirken:

  • Winterdepression,
  • Störungen aufgrund körperlicher Beeinträchtigung,
  • Trauerreaktion,
  • Burnout,
  • PMS,
  • Klimakriterium,
  • chronische Schmerzen,
  • Ohrgeräusche.

Johanniskraut empfehlenswert bei mittleren bis leichten Depressionen

Die Pflanze wird für die Behandlung von leichten bis mittelschweren depressiven Verstimmungen empfohlen. Auch die kurzzeitige Behandlung depressiver Störungen ist mit Johanniskraut (Hypericum) medizinisch anerkannt. Die Dosierung sollte hoch sein, damit die Wirkung ausreicht. Zu diesem Zweck sind komplexe Arzneimittel auf dem Markt.

Johanniskraut als einziges Mittel gegen depressive Verstimmungen kann ein erster Schritt einer umfassenden Therapie darstellen. Wichtig ist, dass diese Therapie im Rahmen einer medizinischen Beobachtung und Aufklärung stattfindet. Johanniskraut sollte nicht über längere Zeit ohne Absprache mit dem Arzt eingenommen werden. Wer die Medikamente falsch anwendet, kann die Entwicklung von schweren Depressionen begünstigen.

Bei schweren Depressionen jedoch ist Johanniskraut zu schwach. Die positiven Effekte reichen nicht aus, um eine solche Störung zu beheben. Wer dennoch Johanniskraut einnimmt, kann im Gegenteil sogar die Suizidgefahr erhöhen.

Gegen Depressionen helfen hohe und konstante Dosen

Johanniskraut als Kapsel oder Tablette sind zur Behandlung von Depressionen erste Wahl. Eine Teezubereitung aus getrocknetem Johanniskraut weist naturgemäß schwankende Konzentrationen der Wirkstoffe auf. Deshalb wird es für medizinische Zwecke nicht empfohlen, ist jedoch für den Hausgebrauch als erste Maßnahme gut geeignet.

Empfehlenswert ist die Einnahme von Johanniskrautapseln, da hier die Konzentration gleichbleibend ist. Auf diese Weise lässt sich über einen längeren Zeitraum ein Pegel im Blut aufbauen, der seine antidepressive Wirkung entfaltet. Bei nicht verschreibungspflichtigen Präparaten ist eine Einnahme über 2-3 Wochen wichtig, um einen Grundpegel zu erreichen. Nachhaltige Wirkungen zeigen sich bei manchen Präparaten erst nach 4-6 Monaten. Damit das gelingt, muss eine stetige Gabe von Johanniskraut in festgelegter Dosis verabreicht werden.

Präparate aus der Drogerie nicht hoch genug dosiert

Der Experte Mario Wurglics vom Institut für pharmazeutische Chemie in Frankfurt ist der Meinung, dass pulverförmige Präparate, die rezeptfrei in Drogerien zu haben sind, in der Regel zu niedrig dosiert sind. (Quelle: Bericht vom 26.09.2014 auf fem.com)

Ihre Wirksamkeit ist entsprechend eingeschränkt. Wirksam ist eine Tagesdosis in Höhe von 900 mg und so hoch sind die Präparate aus der Drogerie nicht dosiert. Grundsätzlich ist es angezeigt, in Absprache mit dem Arzt zu arbeiten, um Depressionen wirksam zu behandeln. In der Regel werden trizyklische Antidepressiva oder punktuell arbeitende Serotonin-Wiederaufnahmehemmer verschrieben. Johanniskraut kann helfen, muss aber immer aufgrund der möglichen Wechselwirkungen und in Hinblick auf die Schwere der Depression eingesetzt werden.

Johanniskraut gegen Schlafstörungen

Johanniskraut bei Schlafstörungen anzuwenden ist ein eher indirekter Weg. Denn Johanniskraut wird in erster Linie gegen Depressionen verschrieben. Wer Depression bekämpft und die Stimmung mit Johanniskraut aufhellt, kann auch besser schlafen. Das in Johanniskraut enthaltene Hypericin beruhigt die Nerven. Die Wirkstoffkombination mit Flavonoiden, Gerbstoffen und ätherischen Ölen kann dafür sorgen, dass das Stresshormon Cortisol im Körper vermindert wird.

Johanniskraut ist eine Heilpflanze mit vielen Eigenschaften. Unter anderem dient es zur Nervenstärkung. Man schreibt ihm eine nervenheilende und beruhigende Wirkung zu, denn es ist erfolgreich im Kampf gegen leichte und mittelschwere Depressionen. Da Schlafstörungen oftmals mit Depression einhergehen, ist das Johanniskraut ein wirksames Basismittel zur Kräftigung des Nervensystems. Eine ideale schlaffördernde Wirkung erzielt man, wenn Johanniskraut mit Hopfen und Baldrian kombiniert eingenommen wird. Die Unterstützung durch Hypericum beschleunigt den Verwertungsprozess der verabreichten Wirkstoffe.

Dosierung von Johanniskraut mit Bedacht wählen

Allerdings sollte die Dosierung von Johanniskraut nicht zu hoch sein, da sich sonst Wechselwirkungen einstellen können. Idealerweise wird das Johanniskraut zusammen mit Melisse, Baldrian und Orangenblüten als Teeaufguss eingenommen. Trinkt man den Tee über den Tag hinweg verteilt, stellt sich eine gelassene Ruhe ein. Das ist eine gute Voraussetzung für den erwünschten erholsamen Schlaf.

Darreichungsformen von Johanniskraut

Präparate mit Johanniskraut werden seit vielen Generationen medizinisch eingesetzt. Über sehr lange Zeit wurde das Medikament aus Mangel an Alternativen in Form von Tee angeboten. Dabei wurde das Johanniskraut getrocknet und dann mit kochendem Wasser überbrüht. Das war die einzige Möglichkeit, um die Wirkstoffe aus der Heilpflanze zu lösen und einem Patienten zugänglich zu machen.

Inzwischen gibt es Johanniskrautpräparate in unterschiedlichen Darreichungsformen. Die maschinelle Fertigung ermöglicht es

anzubieten. Welche Darreichungsform die passende ist, hängt vom Krankheitsbild ab und davon, was der behandelnde Arzt oder der Apotheker empfiehlt. Präparate mit Johanniskraut sind für Kinder unter zwölf Jahren in der Regel nicht geeignet. Auch schwangere Frauen und stillende Mütter sollten von der Einnahme von Johanniskraut Präparaten absehen.

Herstellung von Kapseln, Tabletten und Tee

Um Johanniskraut in den beschriebenen Darreichungsformen anbieten zu können, muss entweder Johanniskraut-Pulver oder Johanniskraut-Extrakt hergestellt werden. Alternativ werden die kompletten Pflanzenteile getrocknet oder gekocht. Um Pulver herzustellen, müssen die oberirdischen Teile der Pflanze gesammelt und getrocknet werden. Erst, wenn sie eine Restfeuchte von unter 5 % aufweisen, werden sie zerkleinert. Auf diese Weise verbleiben alle Inhaltsstoffe in der natürlichen und unveränderten Kombination in den Pflanzenteilen.

Bei der Herstellung von Johanniskraut-Extrakten jedoch werden Extraktionsmittel eingesetzt. Das bedeutet, dass zum Beispiel Ethanol oder Methanol zum Einsatz kommen. Mit Hilfe der Extraktionsmittel werden der Pflanze die Wirkstoffe entzogen. Das Fluid-Extrakt wird so lange erwärmt, bis keine Flüssigkeit mehr vorhanden ist. Was übrig bleibt, heißt Trockenextrakt. Wie das Verhältnis von Johanniskrautpflanze zum daraus hergestellten Extrakt ist, wird in Klammern auf der jeweiligen Verkaufsverpackung abgedruckt. Hier steht zum Beispiel „Trockenextrakt aus Johanniskraut 3,5 – 6,0 : 1“.

Johanniskraut Tee

Die traditionellste Darreichungsform von Johanniskraut ist Tee. Immer um die Sommersonnenwende herum im Juni wird das Kraut gesammelt, aufgehängt und getrocknet. Bei Bedarf wird das Kraut mit kochendem Wasser überbrüht. Diese Zubereitung war gang und gäbe, bevor die industrielle Produktion von Johanniskraut Tabletten und Johanniskraut Kapseln auf den Plan trat.

Wer einen Tee aus Johanniskraut zu sich nimmt, kommt in den Genuss von deutlich weniger Wirkstoffen, als bei den maschinell hergestellten Darreichungsformen. Aus diesem Grund ist Tee auch nicht geeignet, um psychiatrisch indizierte Heilbehandlung oder tief manifestierte Depressionen zu behandeln. Doch moderaten Befindlichkeitsstörungen lassen sich mit Johanniskraut Tee durchaus begegnen. In den meisten Fällen greifen Patienten aus eigenem Antrieb zu Johanniskraut Tee.

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Anwendungsgebiete von Tee aus Johanniskraut

Der Tee kommt in den traditionellen Anwendungsgebieten

  • Angstzustände,
  • Klimakriterium,
  • Menstruationsbeschwerden,
  • nervöse Unruhe,
  • leichte und mittlere depressive Verstimmungen,
  • Schlafstörungen,
  • Abgeschlagenheit,
  • nervöse Magenbeschwerden

zum Einsatz. Tee aus Hypericum sollte auf Basis hochwertiger getrockneter Pflanzenteile aufgegossen werden. Gute Qualität ist in Apotheken und Reformhäusern zu haben. Es gibt losen Tee und Tee in Portionsbeuteln. Entweder wird ein Teebeutel pro Tasse oder zwei gehäufte Teelöffel loser Tee pro Tasse empfohlen. Die Tasse wird mit 150-200 ml kochend heißem Wasser übergossen. Dann sollte das Getränk etwa 10 Minuten abgedeckt ziehen. Der lose Tee wird durch ein Teesieb abgegossen und ist dann verzehrfertig.

Johanniskraut Tee dosieren

Die Wirkstoffkonzentration von Tee ist schwankend, doch insgesamt ist die Konzentration erheblich schwächer als in Kapseln oder Tabletten. Empfohlen werden jeweils bis zu zwei Tassen morgens und abends. Jede Tasse Tee sollte vor dem Verzehr frisch aufgebrüht werden. Erst nach Wochen bis einigen Monaten stellt sich die Wirkung ein. Es ist aus diesem Grund sehr wichtig, dass Patienten, die Johanniskraut in Form von Tee zu sich nehmen, geduldig sind und über einen langen Zeitraum regelmäßig ihren Tee trinken.

Überdosierung und Wechselwirkungen

Trotz der geringen Konzentration, kann bei der Einnahme von Johanniskraut Tee die eine oder andere Nebenwirkung auftreten. Auch ist das Thema Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten zu beachten. In jedem Fall sollten Patienten, die per Selbstmedikation Johanniskraut Tee zu sich nehmen, einen Arzt oder Apotheker befragen.

Denn auch bei Tee aus Johanniskraut (Hypericum) kann eine unangenehme Lichtüberempfindlichkeit auftreten. In der Folge bekommen Betroffene leichter Sonnenbrand. Da eine Wechselwirkung mit hormonellen Verhütungsmitteln vermutet wird und bei einigen Antibiotika und Blutgerinnungshemmern bekannt ist, sollte eine Einnahme generell mit Bedacht erfolgen.

Johanniskraut Tabletten

Die Darreichungsform in Tabletten ist für Johanniskraut am beliebtesten. Auch für Tabletten gilt dieselbe Dosierung wie für Kapseln. In Abhängigkeit von der Erkrankung wird im Allgemeinen eine Dosierung zwischen 500 mg und 1000 mg Johanniskraut Extrakt festgelegt. Auch die Tabletten sollten an festen Terminen morgens und abends in gleichbleibender Konzentration und gleichbleibender Dosierung eingenommen werden. Der Vorteil der Tabletten ist, dass sie geteilt werden können, um die erforderliche Wirkstoffmenge korrekt zu dosieren. Die Einnahme von Tabletten mit reichlich Wasser ist zu empfehlen.

Was tun bei Überdosierung von Johanniskraut Tabletten?

Eine Überdosierung von Johanniskraut Tabletten ist in der Literatur mindestens mit einem Fall verzeichnet. In der Folge kam es zu Krampfanfällen und zur Verwirrtheit. Diesen Symptomen ist eine Einnahme von täglich 4,5 g Johanniskraut-Trockenextrakt über einen Zeitraum von zwei Wochen vorausgegangen. Hinzu kam im zitierten speziellen Fall die Einnahme von zusätzlichen 15 g Johanniskraut kurz vor der anfallartigen Reaktion. Nach einer versehentlichen Überdosierung sollten sich Patienten mindestens 14 Tage vor Sonnenlicht und UV-Licht schützen.

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Johanniskraut Kapseln

In den Kapseln ist Johanniskraut-Trockenextrakt enthalten. Die Hartkapsel umschließt das Pulver sicher. Zur Lösung kommt Ethanol zum Einsatz. In der Regel werden Johanniskraut Kapseln in den Dosierungen 425 mg und 500 mg verordnet. Üblicherweise werden zwei Kapseln pro Tag eingenommen.

Johanniskraut Kapseln kommen bei

  • vorübergehenden depressiven Verstimmungen,
  • mittelschweren vorübergehenden depressiven Störungen
  • und nervlichen Stresssituationen

zur Anwendung. Johanniskraut Kapseln sind in Apotheken frei verkäuflich, da es die Produkte auch mit geringen Wirkstoffmengen gibt. Wer höher konzentrierte Kapseln bevorzugt, muss sich diese verschreiben lassen. Hausärzte und Psychiater ordnen Entsprechendes an.

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Anwendungshinweise von Johanniskraut Kapseln

Vor der Einnahme von Johanniskraut Kapseln sollte unzweifelhaft geklärt sein, dass der Patient in der Vergangenheit auf Johanniskraut nicht reagiert hat. Auch ist eine Überempfindlichkeit gegenüber Licht auszuschließen. Wer jedoch eine schwere endogene Depression hat, darf keinesfalls mit Johanniskraut therapiert werden. Verbraucher, die bestimmte Arzneimittel zur Verhinderung von Abstoßreaktionen in Verbindung mit Transplantaten einnehmen, sollten ebenfalls keine Johanniskraut Kapseln zu sich nehmen. Dasselbe gilt für Arzneimittel, die zur Behandlung von HIV-Infektionen oder Krebserkrankungen eingenommen werden.

Dosierung von Johanniskraut Kapseln

In Abhängigkeit von der Symptomatik sollte der behandelnde Arzt festlegen, wie die Dosierung ist. Üblicherweise liegt die Dosis bei 500-1000 mg pro Tag. Die Gabe erfolgt in der Regel zweimal am Tag, idealerweise am Morgen und am Abend. Die Kapseln können nicht geteilt werden, deshalb wird die Dosierung auf die Darreichungsform angepasst. Wichtig ist die Einnahme mit reichlich Wasser. Um den Pegel im Blut möglichst stabil zu halten, sollten Johanniskrautkapseln über einen längeren Zeitraum und regelmäßig zur gleichen Uhrzeit verabreicht werden.

Was tun bei Überdosierung von Johanniskrautkapseln?

Eine Überdosierung mit Johanniskrautkapseln ist in der Medizin noch nicht negativ verzeichnet worden. Vergiftungserscheinungen sind nicht bekannt. Wer sich massiv überdosiert und erheblich zu viele Johanniskraut Kapseln eingenommen hat, sollte sich in den kommenden 14 Tagen besonders gut vor Sonnenlicht bzw. UV-Strahlung schützen.

Johanniskrautöl

Johanniskrautöl hat auch den Beinamen Rotöl. Das liegt an der tiefroten Farbe, die das Öl aufweist. Die Palette der Anwendungsmöglichkeiten ist bei Johanniskrautöl erheblich weiter, als bei der innerlichen Anwendung. Man kann Johanniskrautöl maschinell gewinnen oder zu Hause selber herstellen.

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Tipps für die Zubereitung von Johanniskrautöl

Wer Johanniskrautöl selber herstellen will, sollte beim Sammeln der Pflanzenteile darauf achten, dass diese nicht nass sind. Ansonsten kann es geschehen, dass das Öl zu Schimmel beginnt. Die Konzentration von Johanniskraut ist dann am höchsten, wenn die Pflanzen am gleichen Tag gepflückt und verarbeitet werden.

Bei der Ernte zur Blütezeit im Juni werden die Blüten und Knospen vorsichtig abgerupft und in ein helles Glasgefäß in qualitativ hochwertiges, kaltgepresstes Speiseöl (z. B. Olivenöl) hinein gegeben. Als Tipp für den Hausgebrauch: Kräutersammler sollten handelsübliche Einmachgläser verwenden. Die Gefäße sind optimal.

Pro Einmachglas gehören 3-4 Hand voll Johanniskrautblüten, die dann mit dem Öl auf gegossen werden, bis sie vollständig bedeckt sind. Das Glas sollte jedoch nicht mehr als halb voll sein, denn das Öl dehnt sich bei Wärmeeinwirkung aus. Auf das Glas wird eine Luft durch lästige Abdeckung wie beispielsweise Papier oder Clip gelegt und in die Sonne gestellt.

Nun kann der Deckel vorsichtig heruntergeklappt werden, ohne dass das Glas verschlossen wird. Die Luft kann zirkulieren. An dem ausgewählten sonnigen Standort soll das Gemisch insgesamt rund 40 Tage ziehen. Das Ergebnis ist ein Öl, das Entzündungen hemmt, antibiotische sowie schmerzstillend wirkt. Abgefüllt in kleinere, Licht und durchlässige Flaschen wird das Öl kühl und dunkel aufbewahrt.

Einsatzmöglichkeiten von Rotöl

Öl aus Johanniskraut eignet sich zur Behandlung von

  • entzündeter Haut,
  • Muskelverspannungen,
  • leichte Brandwunden (zum Beispiel bei Sonnenbrand oder Verbrühungen),
  • kleine Schürfwunden,
  • Quetschungen/Prellungen,
  • Insektenstiche.

Anwendung von Hypericumöl

Die beste Möglichkeit, Johanniskrautöl anzuwenden, ist, es zunächst auf Körpertemperatur zu erwärmen. Danach werden die betroffenen Hautpartien intensiv mit dem Rotöl behandelt. Die Behandlung dauert so lange, bis die Haut gesättigt ist und kein weiteres Öl mehr absorbieren kann.

Als Alternative zur ausgiebigen Massage eignet sich das Tränken einer Mullkompresse mit dem Öl. Die Kompresse wird dann auf die betroffene Hautpartie aufgelegt und mit einem warmen, trockenen Tuch abgedeckt. Die Wärme sorgt für intensive Heil- und Pflegeergebnisse.

Volksmedizinisch erprobte Anwendungen von Johanniskrautöl

Johanniskrautöl ist auch für die orale Aufnahme geeignet. Es aktiviert die Verdauung und reguliert die Darmtätigkeit, was zu festerem Stuhl führt und Durchfall eindämmt. Der Volksmund sagt, dass sich Johanniskrautöl auch bei Harnblasenentzündungen bewährt hat.

Dazu sollten Betroffene morgens mittags und abends jeweils fünf Tropfen des Öls mit einem Teelöffel Honig in einem Glas warmem Wasser oder Kräutertee auflösen. In kleinen Schlucken zu sich genommen lindert Johanniskrautöl die Beschwerden. Die Anwendung darf auf bis zu fünfmal täglich gesteigert werden.

Das Johanniskrautöl soll sich auch bei Jetlag bewährt haben. Ein bis zwei Tropfen unter die Zunge gegeben soll Betroffene rasch vom Jetlag befreien. Die typischen Schlafstörungen gehen zurück und der Patient ist in der Lage, seine Erschöpfung unkompliziert zu bewältigen.

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