Laparoskopie in der Medizin

Bereits im Jahre 1910 wurde die erste Laparoskopie an einem Menschen durchgeführt, nachdem der Schwedische Chirurg, Hans Christian Jacobaeus, dies bereits an einem Hund erfolgreich getestet hatte.

Aber erst in den 30er Jahren wurde die Laparoskopie erstmalig auch als therapeutische Untersuchung, eingesetzt. Besonders im gynäkologischen Bereich fand diese Methode immer mehr Zuspruch. Der bekannte Arzt Kurt Semm führte 1980, in der Universitätsfrauenklinik in Kiel, als Erster eine laparoskopische Blinddarmentfernung durch.

Dem Böblinger Chirurg Erich Mühe gelangt 1985 als Erster, über die Ein-Rohrtechnik, die laparoskopische Gallenblasenentfernung, dem aber nur wenig Bedeutung geschenkt wurde, da bereits 1987, die noch heute übliche laparoskopischen Gallenblasenentfernung über mehrere Zugänge, durch den franz. Chirurgen Phillipe Mouret, erfolgte. Die Vorteile der Laparoskopie wurden mehr und mehr entdeckt und heute werden zahlreiche kleinere und große Eingriffe, wo früher noch einer schweren Operation nötig war und die betroffene Stelle aufgeschnitten werden musste, über den laparoskopischen Eingriff durchgeführt.

Die Laparoskopie ist eine Untersuchung des Bauchraumes mithilfe eines Endoskops. Diese Untersuchungsmethode, wird auch, aufgrund ihrer operativen Variante, als Schlüssellochchirurgie bezeichnet. Dank dieser Methode ist es möglich, ohne großen chirurgischen Aufwand, das Innere des Bauchraumes genau zu Untersuchung und gegebenenfalls kleine operative Eingriffe durchzuführen.

Schlüssellochchirurgie dank Laparoskopie

Bei der Schlüssellochchirurgie werden zwei Endoskope, ein Lichtträger, der für genügend Licht im Bauchraum sorgt und ein Sichtgerät, welches Bilder auf einen Monitor liefert, direkt unter dem Nabel, durch die Bauchdecke gestochen. Dies ermöglicht dem Arzt, kleine Operationen, wie zum Beispiel das Entnehmen einer Gewebeprobe (Biopsie), durchzuführen, ohne dass die gesamte Bauchdecke geöffnet werden muss. Diese Untersuchungsmethode hat den Vorteil, dass durch die nur kleinen Einstiche direkt in die Bauchdecke, die Infektionsgefahr, durch Bakterien, sehr gering gehalten wird und die kleinen Einstiche sehr schnell verheilen.

Vor der Laparoskopie wird dem Patienten Kohlendioxid in den Bauchraum gepumpt, was den Bauch aufbläht, dies verhindert, dass die eingeführten Instrumente den Bauchraum verletzten und sorgt zusätzlich für bessere Sichtverhältnisse. Der Patient befindet sich während der Behandlungszeit unter Narkose und bekommt von dem chirurgischen Eingriff wenig mit. Auch die hinterher entstehenden Narben sind, im Vergleich zu einer normalen Bauchraumoperation, wo die Bauchdecke geöffnet wird, sehr klein. Die Entfernung des Blinddarms, wird ebenfalls mithilfe der Laparoskopie durchgeführt und die Schnitte sind so klein, dass bereits am Tag nach dem Eingriff, der Patient wieder aufstehen kann.

Bei einer Duchgängigkeitsuntersuchung der weiblichen Fortpflanzungsorgane kann ein Kontrastmittel in den Zervikanal injiziert werden. Durch das Kontrastmittel kann der Arzt dann die Durchlässigkeit der Eileiter feststellen.

Folgende Eingriffe werden laparoskopisch durchgeführt

  • bei Eingriffe am Magen, wie zum Beispiel bei Zwerchfellbruch (Hiatushernie), bei einem Magengeschwür (Ulcus ventriculi), Entfernung des Magens, (Gastrektomie), bei krankhaftem Übergewicht (Gastric Banding), zur Entfernung der Milz (Splenektomie)
  • bei Eingriffen im Leistenbereich und Leistenbruch,
  • bei Eingeweidebruch (Hernien)
  • zur Nierenentfernung (Nephrektomie)
  • im gynäkologischen Bereich, wie zum Beispiel zur Entfernung der Eierstöcke oder der Eileiter, bei Gebärmuttererkrankungen (Endometriose), zur Behandlung einer Eileiterschwangerschaft,
  • in der Urologie, zum Beispiel bei Behandlungen im Nierenbeckenbereich, zur Behandlung der Harnleiter,
  • zur Blinddarmentfernung
  • bei Untersuchungen von Tumorerkrankungen
  • bei Eingriffen an der Leber, wie zum Beispiel einer Teilentfernung der Leber (Leberresektion)

Die Laparoskopie eignet sich also, als sogenannte minimalinvasive Technik, zur Durchführung endoskopischer Operationen. Diese Methode wird gern bei der Entfernung von Gallensteinen, zur operativen Korrektur von Hernien (Austritt von Eingeweiden), zur Operation bei ektope Schwangerschaften, zur Sterilisation und sogar zur Myomentfernung an Gebärmutter und Eierstock. Ebenso In-vitro-Fertilisationen, das ist eine Methode zur künstlichen Befruchtung der Frau, sind mit diesem Verfahren möglich.

Laparoskopie ist die Alternative zur großen OP

Die Laparoskopie, die auch als endoskopische Laparoskopie bezeichnet wird, ist im Vergleich zu einer normalen Operation ein sehr kleiner eingriff und wird zum Teil, bei kleineren Eingriffen, ambulant durchgeführt. Das höhere Risiko einer Organperforation, hier der Durchbruch der Bauchdecke, wird durch die kurze Rekonvaleszenzzeit, das die Zeit bis zur vollständigen Genesung, aufgewogen.

Quelle: Heilpraktiker Felix Teske

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