Der Vegatest – eine Untersuchungsmethode in der Homöopathie

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Tests gibt es sowohl in der normalen Schulmedizin wie auch in der Homöopathie viele. Alle haben den gleichen Sinn, sie sollen bestimmte Dinge herausfinden. Meist gehen Tests ohne große invasive Maßnahmen vonstatten, bei einigen ist allerdings ein größerer Aufwand nötig.

Beim Vegatest, das Wort wurde abgeleitet von der Bezeichnung vegetativer Reflextest, hingegen muss der Patient keine großartigen Untersuchungen über sich ergehen lassen. Er basiert auf der Elektroakupunktur nach Voll und kann über einen einzigen Akupunkturpunkt ausgeführt werden.

Jeder Arzt oder Heilpraktiker, der seinen Patienten den Vegatest anbietet, muss vorher eine Schulung über dessen Funktion, Anwendung und Interpretation erfolgreich besucht haben. Durch den Vegatest sollen Erkrankungen direkt erkennbar sein. Obwohl diese Diagnostizierung von Krankheiten mit dem vegetativen Reflextest wissenschaftlich umstritten ist, kommt er doch sehr häufig zur Anwendung. Bei den Krankheiten, die durch die Anwendung des Vegatests diagnostiziert werden sollen, geht es im Großen und Ganzen um den Bereich Empfindlichkeiten, Unverträglichkeiten, Allergien, Mangelerscheinungen, Entzündungsherde, Schmerzzustände und deren Ursachen sowie im weitesten Sinne um Organschwächen.

Wie genau funktioniert der Vegatest?

Da der Vegatest auf der Akupunktur nach Voll, kurz EAV genannt, basiert, wird auch bei ihm der Widerstand der Haut des Patienten an speziellen Punkten der Hand gemessen. Dies geschieht durch eine spezielle Elektrode in Form eines Stiftes, die an ein spezielles Gerät angeschlossen ist, das speziell für den Vegatest entwickelt wurde. Bei einigen dieser speziellen Geräte ist es möglich, Testsubstanzen in Ampullen anzubringen. Offiziell wird diese Anbringung von Ampullen am Gerät oder das Einbringen von Substanzen in das Gerät als „in den Messkreislauf einbringen” bezeichnet.

Wissenschaftlich gesehen gibt es aber keine Verbindung zwischen Gerät und Mensch, bei der diese Substanzen übermittelt werden. Aufgrund dieses Vorganges beim Vegatest währen angeblich über eine Veränderung des Widerstandes der menschlichen Haut, Rückschlüsse auf die Belastungen zu führen, unter denen die Testperson steht, beziehungsweise auch Rückschlüsse auf bestimmte Stoffe und deren Verträglichkeit bei der Testperson.

Die neue Generation der Geräte für den Vegatest benötigt keine Einbringung von Substanzen mehr in das Gerät. Sie arbeiten mit einer Datenbank, in die Schwingungen der Substanzen eingelesen wurden, die für einen ordnungsgemäßen Vegatest von Nöten sind. Ergebnisse des abgeschlossenen Vegatests werden von neuen Geräten auf Karten aus Pappe übertragen, die mit einem Magnetstreifen ausgestattet sind. Diese werden SI-Card genannt und sollen, solange sie die Person trägt, aus deren Vegatest sie stammt, Auswirkungen auf die folgende Therapie haben.

Wodurch ist der Vegatest seinerzeit entstanden?

Dadurch, dass die Elektroakupunktur nach Voll die Grundlage des Vegatests darstellt, reichen dessen Wurzeln zurück bis in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts. Allerdings wurde 1976 schon anhand verschiedener wissenschaftlicher Versuchsreihen nachgewiesen, dass die EAV leicht manipulierbar ist und als unzuverlässig eingestuft wird. Selbst Reinhold Voll, der Erfinder der Elektroakupunktur nach Voll war bei diesen wissenschaftlichen Tests anwesend.

Allerdings ließ sich Voll nicht durch die wissenschaftlichen Ergebnisse daran hindern, seine Methode zur Diagnostizierung von Krankheiten weiter zu entwickeln und zu vermarkten. Zusätzlich leitete er weitere Methoden zur Therapie von Krankheiten von seiner Elektroakupunktur ab. Auf diesem Wege entstand auch der Vegatest zusammen mit dem bioelektronischen Regulationstest, der Bioresonanztherapie und weiteren Verfahren.

Die Wirksamkeit eines Vegatest wurde bislang nicht wissenschaftlich belegt. Alle Studien, die bis heute geführt wurden und sich mit dem Vegatest beschäftigten, wiesen nicht darauf hin, dass korrekte medizinische Diagnosen mithilfe eines Vegatests gestellt werden können. Aus diesem Grund werden die bei der Durchführung eines Vegatests anfallenden Kosten nicht von den gesetzlichen und privaten Krankenkassen in Deutschland übernommen. Wer trotzdem einen Vegatest durchführen lassen möchte, muss die anfallenden Kosten dafür selbst übernehmen. Einen einheitlichen Kostensatz für den Vegatest gibt es allerdings nicht. Durchschnittlich liegen die entstehenden Kosten ungefähr zwischen 30 und 50 Euro für den Test sowie bei etwa 10 bis 30 Euro für die SI-Card, sofern diese gewünscht wird.

Quelle: Heilpraktiker Felix Teske

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